
Moderna mit Durchbruch bei mRNA-Krebsimpfstoff: Biotech-Aktien vor neuer Rallye?
Von Redaktion aktie.com
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Moderna und Merck erreichten am 19. August 2026 erstmals positive Phase-3-Ergebnisse für einen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff gegen Melanome – der erste Phase-3-Erfolg für eine mRNA-basierte Krebstherapie überhaupt.
- Die Moderna-Aktie stieg am 19. August 2026 um bis zu 135 Prozent auf zeitweise 142,61 Dollar – der beste Handelstag in der Unternehmensgeschichte und ein Dreieinhalbjahreshoch.
- Die Kombination aus personalisiertem Impfstoff und Mercks Immuntherapie Keytruda verlängerte in der Studie mit 1.137 Melanom-Patienten die krebsfreie Zeit gegenüber der alleinigen Keytruda-Therapie.
- Trotz des Durchbruchs bewerten 22 von 24 Analystenhäusern die Moderna-Aktie mit «Halten» oder schlechter; das Konsens-Kursziel von 55,12 Dollar liegt 55 Prozent unter dem Intraday-Hoch vom 19. August.
- Leerverkäufer der Moderna-Aktie verzeichneten am 19. August 2026 Verluste von rund 4,8 Milliarden Dollar; 13 Prozent des Streubesitzes waren leerverkauft.
Moderna und Merck gaben am 19. August 2026 bekannt, dass ein personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff in einer Phase-3-Studie erstmals die primären Endpunkte erreicht hat. Die Aktie von Moderna verdoppelte sich daraufhin im Handelsverlauf auf bis zu 142,61 Dollar – ein Dreieinhalbjahreshoch und der beste Handelstag in der Geschichte des Unternehmens.
Erste positive Phase-3-Daten für mRNA-Krebstherapie
Die Studie INTerpath-001 testete an 1.137 Patienten mit Melanomen im Stadium IIB bis IV eine Kombination aus personalisiertem Impfstoff (Intismeran autogene, V940/mRNA-4157) und Mercks Immuntherapie Keytruda. Die Patienten hatten sich zuvor einer Operation unterzogen. Der Impfstoff kodiert bis zu 34 tumorspezifische Ziele, sogenannte Neoantigene, die auf Basis der individuellen Tumormutationen jedes Patienten maßgeschneidert werden.
Patienten, die den Impfstoff zusätzlich zu Keytruda erhielten, blieben länger krebsfrei als diejenigen, die nur mit Keytruda behandelt wurden. Zudem verlangsamte die Kombination die Ausbreitung des Krebses auf entfernte Organe. Frühere Daten aus einer mittleren Studienphase zeigten eine Reduktion des Rezidiv- oder Sterberisikos um 49 Prozent über fünf Jahre. Bislang hatte keine Therapie Keytruda in der postoperativen Melanombehandlung übertroffen.
Keine mRNA-basierte Krebstherapie hatte zuvor eine Phase-3-Studie mit positivem Ergebnis abgeschlossen. Das Sicherheitsprofil entsprach früheren Untersuchungen; neue Risikosignale traten nicht auf. Detaillierte Wirksamkeitsdaten sollen auf einer medizinischen Konferenz präsentiert werden. Beide Unternehmen planen Gespräche mit Zulassungsbehörden.
Moderna-Aktie steigt um über 100 Prozent
Die Moderna-Aktie (MRNA) eröffnete am 19. August 2026 im vorbörslichen Handel bei über 122 Dollar, nachdem sie am 18. August bei 62,96 Dollar geschlossen hatte. Im Tagesverlauf erreichte der Kurs zwischenzeitlich 142,61 Dollar, was je nach Messzeitpunkt einem Anstieg von 135 bis 177 Prozent entsprach. Die Marktkapitalisierung lag damit bei rund 25 Milliarden Dollar.
Seit Jahresbeginn 2026 summierte sich der Kursgewinn der Aktie bis zum 19. August auf 357 Prozent. Der Anstieg vom 19. August war der größte an einem einzelnen Handelstag in der Unternehmensgeschichte – nach Angaben von Marktbeobachtern „mit großem Abstand". Die Aktie hatte bereits vor der Bekanntgabe ihren Wert im laufenden Jahr mehr als verdoppelt, getrieben durch eine Grippe-Impfstoffzulassung und Fortschritte in der Pipeline.
Zum Vergleich: Im August 2021, auf dem Höhepunkt des COVID-19-Impfstoffgeschäfts, notierte Moderna bei über 480 Dollar. Danach verlor die Aktie mehr als 90 Prozent ihres Wertes, als die Nachfrage nach Corona-Vakzinen nachließ.
Merck und Biotech-Sektor profitieren
Die Aktie von Merck (MRK) legte am 19. August 2026 um 6 bis 9,3 Prozent zu. Der geringere Zuwachs im Vergleich zu Moderna spiegelt wider, dass Keytruda bereits ein etablierter Blockbuster ist. Der Immuntherapie-Markt gilt als ausgereift, entsprechend fiel die Marktreaktion moderater aus.
Auch andere Biotech-Titel profitierten: Die Aktie von Novavax (NVAX) stieg am selben Tag um 6,4 Prozent, was auf eine positive Stimmung für den gesamten Sektor hindeutet.
Analysten bleiben zurückhaltend
William Blair stufte Moderna am 19. August 2026 auf „Outperform" hoch. Die breite Analystengemeinde blieb jedoch vorsichtig: Von 24 Brokerhäusern, die Moderna abdecken, bewerteten 22 die Aktie mit „Halten" oder schlechter. Das Konsens-Kursziel lag bei 55,12 Dollar – 55 Prozent unter den Intraday-Höchstständen vom 19. August.
Leerverkäufer gerieten unter Druck: 49,77 Millionen Aktien waren leerverkauft, was 13 Prozent des Streubesitzes entspricht. Am 19. August summierten sich die Verluste dieser Positionen auf rund 4,8 Milliarden Dollar. Bei durchschnittlichem Handelsvolumen würden Leerverkäufer mehr als sechs Handelstage benötigen, um ihre Positionen zu schließen. Der Short Interest war im jüngsten Berichtszeitraum vor der Ankündigung bereits um 5 Prozent gesunken.
Optionsmarkt und Handelsaktivität
Am 19. August 2026 wechselten über 170.000 Optionskontrakte auf Moderna den Besitzer – das 19-fache des durchschnittlichen Intraday-Volumens. Der meistgehandelte Kontrakt war der August-120-Call mit Verfall am Freitag. Neue Positionen wurden überwiegend zum Kauf eröffnet, was auf spekulatives Interesse hindeutet.
Klinischer Kontext und nächste Schritte
Merck schätzt, dass in den USA im Jahr 2026 rund 112.000 neue Melanomfälle diagnostiziert werden und über 8.500 Menschen an der Krankheit sterben. Ein personalisierter Impfstoff, der die Rückfallrate senkt, könnte in diesem Segment einen erheblichen therapeutischen Fortschritt darstellen.
Die vollständigen Wirksamkeitsdaten der Phase-3-Studie liegen noch nicht vor. Die Unternehmen sammeln weiterhin Überlebensdaten. Gespräche mit Zulassungsbehörden über regulatorische Einreichungen sind geplant, konkrete Zeitpläne wurden nicht genannt.
Strategische Bedeutung für Moderna
Der Krebsimpfstoff-Erfolg markiert einen strategischen Wendepunkt für Moderna. Das Unternehmen versucht seit dem Rückgang der COVID-19-Impfstoffnachfrage, sein Geschäftsmodell auf breitere Plattformen zu erweitern. Die Grippe-Impfstoffzulassung Anfang 2026 hatte bereits zur positiven Kursentwicklung beigetragen. Der mRNA-Krebsimpfstoff eröffnet nun ein potenziell größeres Wachstumsfeld.
Ob die Kursgewinne nachhaltig sind, hängt von der Zulassungsentscheidung, der kommerziellen Umsetzbarkeit und der Preisgestaltung ab. Die Diskrepanz zwischen aktuellem Kurs und Analystenziel deutet auf erhebliche Bewertungsunsicherheit hin.