
Microsoft und Alphabet planen 2026 jeweils rund 190 Milliarden US-Dollar Kapitalausgaben für KI und Cloud
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Microsoft hält an seiner im April 2026 veröffentlichten Prognose von 190 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr fest, während Alphabet sich mit einer Spanne zwischen 175 und 190 Milliarden US-Dollar positioniert.
- Von Microsofts 190 Milliarden US-Dollar entfallen geschätzte 25 Milliarden US-Dollar – rund 13,2 Prozent – allein auf gestiegene Chip-Preise, nicht auf zusätzliche Ausrüstung.
- Bis Juni 2026 generierte Microsoft einen Free Cashflow von 66,99 Milliarden US-Dollar, Alphabet 53,27 Milliarden US-Dollar.
- Microsofts Aktie legte nach der Bekanntgabe der Kapitalausgaben zu, während Alphabet Kursverluste verzeichnete, nachdem das Unternehmen im Juli 2026 weitere Investitionserhöhungen ankündigte.
- Die vier größten Hyperscaler – Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta – planen für 2026 zusammen Kapitalausgaben von rund 725 Milliarden US-Dollar, einem Anstieg von 76,8 Prozent gegenüber 410 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
Die großen US-Technologiekonzerne durchlaufen 2026 eine beispiellose Investitionsphase in künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur. Microsoft und Alphabet stehen dabei im Mittelpunkt einer Debatte, die nicht nur die Höhe der Ausgaben betrifft, sondern auch die Frage nach Effizienz und Bewertung. Beide Unternehmen planen für 2026 Kapitalausgaben von jeweils rund 190 Milliarden US-Dollar – doch die Marktreaktion und die Profitabilität unterscheiden sich deutlich.
Kapitalausgaben erreichen neue Dimension
Microsoft hält an seiner im April 2026 veröffentlichten Prognose von 190 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr fest, wie das Unternehmen im Juli 2026 bestätigte. Allerdings stammte die ursprüngliche Guidance vom Februar 2026 noch von mindestens 120 Milliarden US-Dollar, was auf eine deutliche Aufwärtsrevision im Jahresverlauf hinweist. Eine Besonderheit bei Microsoft ist das abweichende Geschäftsjahr: Der Konzern rechnet bis Ende Juni ab, was eine direkte Vergleichbarkeit mit Kalenderjahreszahlen erschwert.
Alphabet positioniert sich mit einer Spanne zwischen 175 und 190 Milliarden US-Dollar. Die Guidance wurde im Jahresverlauf mehrfach nach oben angepasst: Im Februar 2026 lagen die Pläne noch bei 175 bis 185 Milliarden US-Dollar, bis April erfolgte eine Anhebung auf 180 bis 190 Milliarden US-Dollar. Im August 2026 wurde die Spanne mit 175 bis 185 Milliarden US-Dollar angegeben. Alphabet nutzt das Kalenderjahr als Geschäftsjahr.
Von Microsofts 190 Milliarden US-Dollar entfallen geschätzte 25 Milliarden US-Dollar – rund 13,2 Prozent – allein auf gestiegene Chip-Preise, nicht auf zusätzliche Ausrüstung. Der Anteil reiner Preissteigerungen zeigt, dass die Inflation bei KI-Halbleitern die Budgets erheblich belastet.
Einordnung im Branchenvergleich
Die vier größten Hyperscaler – Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta – planen für 2026 zusammen Kapitalausgaben von rund 725 Milliarden US-Dollar, wie aus einer Statista-Analyse vom Juli 2026 hervorgeht. Das entspricht einem Anstieg von 76,8 Prozent gegenüber 410 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Manche Schätzungen gehen sogar von 760 Milliarden US-Dollar für die vier Unternehmen aus. Amazon liegt mit 200 Milliarden US-Dollar an der Spitze, Meta plant zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar und hob die Untergrenze im Juli 2026 auf 130 Milliarden US-Dollar an.
Analysten erwarten, dass die fünf größten US-Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter – einschließlich Oracle – 2026 zwischen 660 und 690 Milliarden US-Dollar investieren werden, nahezu eine Verdopplung gegenüber 2025. Alle Hyperscaler berichten von einem angebotsgetriebenen, nicht nachfragegetriebenen Markt: Die Nachfrage nach Rechenkapazität übersteigt das verfügbare Angebot.
Wachstumsdynamik und operative Leistung
Microsofts KI-Geschäft wuchs im zweiten Quartal 2026 um 123 Prozent im Jahresvergleich. Bei Alphabet legte das Cloud-Geschäft im selben Zeitraum um 82 Prozent zu. Amazon Web Services verzeichnete mit 37 Prozent Wachstum das schnellste Tempo seit 18 Quartalen; das KI-Geschäft innerhalb von AWS erreichte ein annualisiertes Umsatzvolumen von 25 Milliarden US-Dollar mit dreistelligem Wachstum.
Diese Wachstumsraten spiegeln die unterschiedlichen Ausgangsniveaus und Geschäftsmodelle wider. Während Microsoft KI-Funktionen breit in bestehende Produkte integriert, baut Alphabet seine Cloud-Infrastruktur gezielt aus. Die höheren Wachstumsraten bei Microsoft dürften auch auf die tiefere Integration von KI-Features in Office- und Azure-Dienste zurückzuführen sein.
Free Cashflow als Bewertungsmaßstab
Ein direkter Vergleich der Profitabilität nach Investitionen liefert der Free Cashflow – operativer Cashflow abzüglich Kapitalausgaben. Bis Juni 2026 (trailing twelve months) generierte Microsoft 66,99 Milliarden US-Dollar, Alphabet 53,27 Milliarden US-Dollar. Microsoft liegt damit um 13,72 Milliarden US-Dollar oder rund 25,8 Prozent über Alphabet. Dieser Cashflow steht für Dividenden, Aktienrückkäufe, Schuldentilgung oder weitere Investitionen zur Verfügung.
Die Kennzahl deutet darauf hin, dass Microsoft trotz vergleichbarer Kapitalausgaben eine höhere operative Ertragskraft aufweist. Das könnte auf eine effizientere Nutzung der Infrastruktur, höhere Margen im Cloud-Geschäft oder eine breitere Umsatzbasis außerhalb der KI-Investitionen zurückzuführen sein. Vergleiche über Unternehmensgrenzen hinweg bleiben jedoch eingeschränkt, da unterschiedliche Bilanzierungspraktiken – Alphabet und Amazon betonen Barkäufe – und Geschäftsjahre die Zahlen beeinflussen.
Marktreaktion auf Investitionspläne
Die Kapitalmärkte reagierten unterschiedlich auf die Ankündigungen. Microsofts Aktie legte nach der Bekanntgabe der Kapitalausgaben zu, was teilweise darauf zurückgeführt wurde, dass das Unternehmen seit April an der gleichen Prognose festhielt und somit keine weitere Aufwärtsrevision vornahm. Amazons Aktie stieg ebenfalls trotz höherer Investitionen.
Alphabet hingegen verzeichnete Kursverluste, nachdem das Unternehmen im Juli 2026 weitere Investitionserhöhungen ankündigte – und das, obwohl die Umsätze sowohl auf der Ertrags- als auch auf der Gewinnseite wuchsen. Anleger reagierten negativ auf die erneute Ausweitung der Kapitalausgaben. Auch Meta musste Kursverluste hinnehmen, nachdem das Unternehmen im Juli 2026 die Untergrenze seiner Investitionsspanne anhob. Bei Meta wirkten zusätzlich sinkende Gewinne im zweiten Quartal 2026 aufgrund von Rechts- und Abfindungskosten belastend, trotz steigender Umsätze.
Die Marktreaktion legt nahe, dass Anleger weniger die absolute Höhe der Investitionen bewerten als vielmehr die Konstanz der Prognosen und die Fähigkeit, aus den Ausgaben kurzfristig Erträge zu generieren. Microsoft profitierte von der Stabilität seiner Guidance, während Alphabet für wiederholte Erhöhungen abgestraft wurde.
Zeitverschiebung bei Kostenbelastung
Ein wichtiger Aspekt für die Bewertung der Ertragsentwicklung: Die Abschreibungen auf die hohen Kapitalausgaben 2026 werden erst 2027 vollständig auf die Gewinne durchschlagen. Anleger, die auf Basis von Gewinnkennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis bewerten, sollten berücksichtigen, dass die Ergebnisse der kommenden Quartale durch höhere Abschreibungslasten belastet werden, während sich die Umsatzeffekte erst mit zeitlicher Verzögerung entfalten.
Ausblick auf Marktentwicklung
Die Hyperscaler befinden sich in einem Wettlauf um Marktanteile in einem wachsenden, aber kapitalintensiven Markt. Die Investitionen zielen darauf ab, Rechenkapazität aufzubauen, bevor die Konkurrenz diese abgreift. Das erklärt die Bereitschaft, kurzfristig Profitabilität für langfristige Positionierung zu opfern. Beide Unternehmen – Microsoft und Alphabet – verfügen über die finanzielle Stärke, diese Investitionen zu stemmen, wie die positiven Free Cashflows trotz enormer Ausgaben zeigen.
Für Anleger stellt sich die Frage, welches Unternehmen die Investitionen effizienter in Umsatz und Gewinn umwandeln kann. Der höhere Free Cashflow bei Microsoft deutet auf eine aktuell stärkere operative Position hin. Allerdings bleibt abzuwarten, ob Alphabet mit seiner Cloud-Offensive aufholen kann. Die unterschiedliche Marktreaktion spiegelt diese Unsicherheit wider: Während Microsoft für Stabilität belohnt wird, wird Alphabet für Expansion bestraft – zumindest kurzfristig.
Quellen
- Big Tech's AI Spending to Reach $760 Billion in 2026
- AI Capex 2026: The $690B Infrastructure Sprint
- Microsoft vs. Alphabet: Which AI Cloud Stock Is Cheaper After the Capital Spending?
- Microsoft vs. Alphabet: Which AI Cloud Stock Is Cheaper After the Capital Spending? - Insider Monkey
- Big Tech AI Capex Hits $725B in 2026, On Pace for $1T in 2027
- Microsoft, Meta, and Google just announced billions more in AI spending. Only Google convinced investors it’s paying off. | Fortune
- AI CapEx 2026: Alphabet vs Microsoft, Amazon and Meta - Stock Metric Lab