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3 Datacenter-REITs profitieren vom KI-Boom: Welche Immobilien-Aktien Big Tech Miete kassieren
Aktien6 Min. Lesezeit

3 Datacenter-REITs profitieren vom KI-Boom: Welche Immobilien-Aktien Big Tech Miete kassieren

Von Redaktion aktie.com

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Kernaussagen

  • Iron Mountain (IRM), Equinix (EQIX) und Digital Realty (DLR) erzielten zwischen April 2025 und April 2026 Gesamtrenditen von 39% bis 45%, wobei Iron Mountain mit 45,05% die Spitze markierte.
  • Die geplanten Investitionen der großen US-Hyperscaler (Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Oracle) in Rechenzentren und KI-Infrastruktur liegen 2026 laut Analysen vom Mai 2026 bei 700 bis 725 Milliarden USD.
  • Digital Realty unterzeichnete im ersten Quartal 2026 den größten Hyperscale-Deal der Unternehmensgeschichte: einen 200-Megawatt-AI-Inference-Lease für ein Rechenzentrum.
  • Datacenter-REITs profitieren von langfristigen Mietverträgen mit Laufzeiten zwischen 5 und 15 Jahren, die stabile Einnahmequellen unabhängig von Börsenschwankungen bieten.
  • Stromversorgungsengpässe begrenzen den Kapazitätsausbau und verschaffen bestehenden Rechenzentren mit gesichertem Netzanschluss einen natürlichen Wettbewerbsvorteil.
  • Die Datencentrum-Branche erwartet laut Iron-Mountain-Management ein jährliches Kapazitätswachstum von 15 bis 25% (CAGR) in den kommenden Jahren.
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Beispiellose Renditen im Schatten der Halbleiter-Riesen

Während sich Anleger auf Nvidia und andere Chip-Hersteller konzentrieren, erzielten drei Rechenzentren-REITs im Zeitraum zwischen April 2025 und April 2026 außergewöhnliche Ergebnisse. Iron Mountain (IRM) führte mit einer Gesamtrendite von 45,05%, gefolgt von Equinix (EQIX) mit 40,97% und Digital Realty (DLR) mit 38,99%. Diese Performance übertraf sowohl den breiteren REIT-Sektor als auch die meisten Growth-Equity-Indizes in einer Phase, in der traditionelle Immobilien mit steigenden Zinssätzen kämpften.

Die drei Unternehmen repräsentieren unterschiedliche Positionierungen im Datacenter-Markt. Iron Mountain betreibt neben Rechenzentren auch Archivierungs- und Dokumentenmanagement-Services. Equinix spezialisiert sich auf Colocation und Interconnection-Dienstleistungen, bei denen Unternehmen eigene Server in geteilter Infrastruktur betreiben. Digital Realty positioniert sich als größte globale Datacenter-Plattform mit 733 Rechenzentren in 39 Metropolen weltweit.

700 Milliarden USD fließen in KI-Infrastruktur

Die geplanten Investitionen der großen US-Hyperscaler – Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Oracle – in Rechenzentren und KI-Infrastruktur wurden im Mai 2026 auf 700 bis 725 Milliarden USD für das laufende Jahr geschätzt. Amazon allein sagte im September 2026 zu, 200 Milliarden USD in den KI-Infrastruktur-Ausbau zu investieren.

Diese beispiellose Kapitalausgaben-Welle (CapEx) erstreckt sich über ein breites Ökosystem: Stromerzeugung, Stromnetze, Kühltechnologie, Bauleistungen und physische Infrastruktur. Nur ein Teil fließt zu Chip-Herstellern. Bei der Errichtung neuer KI-Rechenzentren profitieren Unternehmen wie Hochtief (Beton, Stahl, Kabel), Caterpillar (Backup-Generatoren), Vertiv (Kühlung und Stromverteilung), NextEra (Stromversorgung) und GE Vernova (Turbinen-Hersteller).

Datacenter-REITs kassieren einen anderen Teil dieser Investitionsflut: Sie vermieten physische Rechenzentrums-Kapazität, Rack-Space, Stromversorgung und Konnektivität an Hyperscaler und Enterprise-Kunden. Im Gegensatz zu Bauunternehmen oder Ausrüstern generieren sie wiederkehrende Mieteinnahmen über mehrjährige Verträge.

Geschäftsmodell: Immobilien mit Technologie-Rückenwind

Ein Datacenter-REIT ist ein Immobilien-Investmentfonds, der physische Rechenzentren besitzt und betreibt. REITs (Real Estate Investment Trusts) sind börsennotierte Gesellschaften, die mindestens 90% ihrer steuerpflichtigen Gewinne als Dividenden ausschütten müssen und im Gegenzug keine Körperschaftssteuer zahlen. Datacenter-REITs kombinieren diese Struktur mit der Nachfrage nach digitaler Infrastruktur.

Die Einnahmen stammen aus langfristigen Mietverträgen. Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud mieten für 5 bis 15 Jahre komplette Hallen oder einzelne Racks. Sie zahlen für Quadratmeter, Stromversorgung (in Kilowatt gemessen), Kühlung und Netzwerkanbindung. Die Mieter tragen meist die variablen Stromkosten, während der REIT die Infrastruktur bereitstellt.

Laut Analysen vom Juni 2025 partnern Hyperscaler zunehmend mit Third-Party-Entwicklern und Investoren – einschließlich REITs –, um Kapazität schnell und kapitaleffizient zu erweitern. Der Grund: Eigenbau bindet Kapital und Managementressourcen, die Tech-Konzerne lieber in Software und KI-Modelle investieren.

Strukturelle Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Immobilien

Datacenter-REITs profitieren von mehreren strukturellen Vorteilen, die sie von Office- oder Retail-REITs unterscheiden:

  • Langfristige Mietverträge mit Hyperscalern: Vertragslaufzeiten von 5 bis 15 Jahren sichern Einnahmen unabhängig von kurzfristigen Börsenschwankungen. Office-REITs kämpfen dagegen mit Work-from-Home-Trends und Leerständen.
  • Stromversorgungsengpässe schaffen Marktschutz: Bestehende Einrichtungen mit gesichertem Netzanschluss entwickeln natürliche Wettbewerbsgräben (Moats). Neue Wettbewerber müssen Jahre auf Netzanschlüsse warten oder teure Alternativen aufbauen.
  • Exponentielle Nachfrage durch KI-Workloads: GPU-optimierte Infrastruktur für generative KI-Modelle erfordert ein Vielfaches der Rechenleistung klassischer Cloud-Anwendungen. Seit 2023 transformierten generative KI-Modelle Datacenter-Kapazität von einer Nischen-Anlageklasse zur kritischen nationalen Infrastruktur.
  • Säkularer Trend zu Cloud Computing: Im Gegensatz zu Retail-REITs (E-Commerce-Konkurrenz) profitieren Datacenter-Vermieter von der strukturellen Verlagerung zu Cloud und Machine Learning.

Digital Realty: 1,9 Milliarden USD im Auftrags-Backlog

Digital Realty Trust betreibt nach eigenen Angaben die größte globale Datacenter-Plattform. Das Unternehmen verwaltet 733 Rechenzentren in 39 Metropolen weltweit, wobei die Plattform PlatformDIGITAL über 300 Rechenzentren umfasst. Zum Kundenstamm zählen über 50% der Fortune-500-Unternehmen, Hyperscaler, Netzwerk-Carrier und Enterprise-AI-Anwender.

Im ersten Quartal 2026 erzielte Digital Realty 707 Millionen USD annualisierte GAAP-Mieteinnahmen (100%-Anteil). Das Unternehmen unterzeichnete in diesem Quartal den größten Hyperscale-Deal seiner Geschichte: einen 200-Megawatt-AI-Inference-Lease. Zum Vergleich: Ein typisches Rechenzentrum verbraucht 5 bis 30 Megawatt; GPU-optimierte KI-Facilities benötigen ein Vielfaches.

Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Auftrags-Backlog auf 1,9 Milliarden USD (100%-Anteil) beziehungsweise 1,4 Milliarden USD (Digital-Realty-Anteil nach Joint-Venture-Bereinigung). Der Backlog entspricht etwa 30% der gespannten Datacenter-Einnahmen – also Projekte, die bereits vermietet sind, aber noch fertiggestellt werden müssen. Entwicklungsschwerpunkte liegen in Northern Virginia, Charlotte, Atlanta, São Paulo und Marseille.

Wachstumsprognose: 15 bis 25% jährlich

Die Datencentrum-Branche erwartet laut Iron-Mountain-Management im September 2026 ein jährliches Kapazitätswachstum von 15 bis 25% (CAGR). Diese Prognose wird durch die Leasing-Aktivitäten aller drei Top-REITs gestützt: Hyperscaler unterzeichnen mehrjährige Mietverträge in beispiellosem Tempo.

Die Wachstumstreiber gehen über generative KI hinaus. Cloud Computing, 5G-Nachfrage und digitale Services erzeugen strukturelle Nachfrage. KI-Fortschritte seit 2023 beschleunigten den Ausbau zusätzlich: GPU-Cluster für Produktions-Workloads erfordern massive physische Infrastruktur, die in Monaten entsteht – nicht Jahren.

Risiken: Energie, Regulierung und Hyperscaler-Konkurrenz

Trotz struktureller Vorteile bestehen Risiken. Stromversorgung ist zugleich Wachstumstreiber und größte Herausforderung. Steigende Energiekosten belasten Betriebsmargen, sofern REITs diese nicht vollständig an Mieter weitergeben können. Stromversorgungsbeschränkungen limitieren physischen Ausbau: Ohne gesicherten Netzanschluss bleiben Grundstücke ungenutzt.

Regulatorische Eingriffe verschärfen sich. Behörden prüfen den massiven Stromverbrauch von KI-Rechenzentren im Kontext von Klimazielen. Compliance-Anforderungen könnten Kapitalkosten erhöhen und Genehmigungsverfahren verlängern.

Hyperscaler betreiben zunehmend eigene Infrastruktur. Microsoft, Amazon und Google bauen proprietäre Rechenzentren, um Kontrolle über Latenz, Sicherheit und Kapazität zu behalten. Sollten Tech-Konzerne Third-Party-Nachfrage reduzieren, würden Datacenter-REITs Wachstumsdynamik verlieren. Gleichzeitig sprechen Kapitaleffizienz und Geschwindigkeit für externe Partner: Die 700 bis 725 Milliarden USD Hyperscaler-CapEx 2026 übersteigen die Kapazität einzelner Unternehmen, intern zu bauen.

Versorgungskettenengpässe begrenzen Kapazitätsausbau durch physische und logistische Constraints. Spezialkomponenten für Kühlung und Stromverteilung weisen Lieferzeiten von Monaten auf. Die hohe Nachfrage übersteigt kurzfristig das Angebot an qualifizierten Bauunternehmen und Elektrikern.

Einordnung für DACH-Anleger

Datacenter-REITs bieten Privatanlegern Zugang zu digitaler Infrastruktur, ohne direkt in einzelne Hyperscaler oder volatile Chip-Hersteller zu investieren. Die Kombination aus Real-Estate-Stabilität (langfristige Mietverträge) und Technologie-Rückenwind (KI-Nachfrage) unterscheidet sich von klassischen Immobilien-Investments.

Die Renditen zwischen 39% und 45% im vergangenen Jahr sind keine Garantie für künftige Performance. Der Großteil dieser Gewinne entstand durch Neubewertung: Investoren erkannten den strategischen Wert von Datacenter-Kapazität im KI-Zeitalter. Ob sich diese Performance wiederholt, hängt davon ab, ob Hyperscaler-Investitionen wie prognostiziert bei 700 Milliarden USD jährlich verbleiben – und ob REITs diese Nachfrage in Mietverträge umsetzen.

Für Schweizer Anleger gilt: Die drei REITs sind an US-Börsen notiert (NYSE: IRM, EQIX, DLR) und unterliegen Währungsrisiken gegenüber dem Franken. Dividenden werden in USD ausgeschüttet und in der Schweiz als Einkommen versteuert. REITs bieten steuerliche Vorteile in den USA (keine Körperschaftssteuer), diese Struktur entfaltet für DACH-Anleger jedoch nur begrenzte Wirkung.

Im Kontext der aktuellen Marktlage – der S&P 500 notierte am 4. September 2026 bei 7.713 Punkten (–0,42%), der NASDAQ Composite bei 26.507 Punkten (–0,29%) – zeigen sich Datacenter-REITs als defensive Position im Technologie-Sektor: Sie profitieren von Tech-Investitionen, ohne die Bewertungsmultiplikatoren von Software- oder Chip-Aktien zu tragen.

Quellen

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