Alle Artikel
Covered Call ETFs im KI-Zeitalter: Chancen und Risiken von Optionsstrategien auf Tech-Aktien
ETFs23. August 2026· 5 Min. Lesezeit

Covered Call ETFs im KI-Zeitalter: Chancen und Risiken von Optionsstrategien auf Tech-Aktien

Von Redaktion aktie.com

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Kernaussagen

  • Covered-Call-ETFs verkaufen Call-Optionen auf gehaltene Aktien und erzielen dadurch Optionsprämien als Zusatzeinkommen – der Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF schüttete laut Juli 2025 rund 12 % pro Jahr aus.
  • Die Strategie funktioniert am besten in seitwärts laufenden oder moderat steigenden Märkten, begrenzt aber das Gewinnpotenzial nach oben durch den vereinbarten Ausübungspreis der verkauften Optionen.
  • Von knapp 3.000 ETFs in Deutschland verfolgen nur 249 eine aktive Strategie – Covered-Call-ETFs sind Nischenprodukte, in die laut Umfrage vom Januar 2025 nur 10 bis 19 Prozent der Befragten investieren.
  • Das größte Risiko liegt in Phasen mit zeitweiligem Kursrückgang und anschließendem Wiederanstieg: Auch auf gedrücktem Niveau werden Call-Optionen verkauft, die sich beim Wiederanstieg als nachteilig erweisen.
  • Covered-Call-ETFs bieten keine Absicherung gegen Börsencrashs – die Optionsprämie federt nur kleinere Verluste ab und ist kein Totalschutz vor starken Kursrückgängen.
Artikel anhören
0:00 / 7:27

Was sind Covered-Call-ETFs?

Ein Covered-Call-ETF ist ein aktiv gemanagter Fonds, der zunächst passiv einen Index abbildet – etwa den Nasdaq 100, S&P 500 oder MSCI World – und zusätzlich Call-Optionen (Kaufoptionen) auf die enthaltenen Aktien verkauft. Bei einer Covered-Call-Strategie hält der Anleger Wertpapiere im Portfolio und schreibt gleichzeitig Kaufoptionen darauf. Für diese Transaktion erhält er eine Prämie vom Optionskäufer.

Die verkauften Optionen berechtigen den Käufer, die Aktie innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu einem festen Preis (dem Ausübungspreis oder Strike) zu kaufen. Im Gegenzug fließt dem ETF die Optionsprämie zu, die als zusätzliches Einkommen dient. Der Investor tauscht damit einen Teil zukünftiger Kurschancen gegen sofortiges Einkommen.

Funktionsweise am Beispiel des Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF

Der Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF D (WKN A2QR39) setzt die Covered-Call-Strategie auf den Nasdaq-100-Index um. Dieser Index bildet die 100 größten Tech-Aktien der Nasdaq ab. Der ETF hält alle Aktien des Nasdaq 100 und verkauft monatlich Call-Optionen auf den Nasdaq-100-Index. Das "D" im Namen steht für "Distributing" – der Fonds schüttet die Erträge monatlich aus.

Laut Angaben vom Juli 2025 lag die Ausschüttungsrendite bei rund 12 % pro Jahr. In den zwölf Monaten zuvor wurden etwa 1,90 US-Dollar je Anteil ausgeschüttet, was rund 12 % des Anteilspreises entsprach. Diese hohe laufende Rendite macht Covered-Call-ETFs für einkommensorientierte Anleger attraktiv.

Ideale Marktbedingungen: Seitwärtsmärkte und moderate Anstiege

Die Covered-Call-Strategie entfaltet ihre Stärken in seitwärts laufenden oder moderat steigenden Märkten. In solchen Phasen kassieren Anleger die Optionsprämien regelmäßig, ohne dass sie große Kursgewinne verpassen. Die Prämien bringen einen Zusatzertrag und dienen als kleiner Puffer, falls der Kurs des Basiswerts seitwärts läuft oder leicht fällt.

Covered-Call-ETFs richten sich vor allem an einkommensorientierte Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen bevorzugen. Für Anleger, die ein einfaches Depot mit passiven Index-ETFs ohne komplexere Mechanik wollen, sind diese Produkte weniger geeignet.

Marktpositionierung: Nischenprodukt mit wachsender Beliebtheit

Covered-Call-ETFs gehören zu den aktiv gemanagten Fonds, die in Deutschland eine Nische bilden. Von knapp 3.000 ETFs verfolgten im Juni 2025 nur 249 eine aktive Strategie. Eine Umfrage vom Januar 2025 zeigte, dass lediglich 10 bis 19 Prozent der Befragten in solche ETFs investieren.

Dennoch gewinnen die Produkte an Beliebtheit. Sie werben mit hohen monatlichen Ausschüttungen und Renditen von teils über zehn Prozent. Obwohl "ETF" zunächst nur die Vertriebshülle beschreibt, handelt es sich bei Covered-Call-ETFs um aktiv gemanagte Fonds – sie tracken nicht passiv 1:1 einen Index, sondern betreiben aktives Risikomanagement über Optionen.

Hauptrisiken der Covered-Call-Strategie auf Tech-Aktien

Begrenztes Gewinnpotenzial in Bullenmärkten

Der größte Nachteil der Covered-Call-Strategie ist das begrenzte Gewinnpotenzial nach oben. Steigt der Kurs stark, gibt der Anleger Kursgewinne oberhalb des vereinbarten Ausübungspreises praktisch ab. In einem rasanten Bullenmarkt hinkt die Strategie hinterher, weil die verkauften Calls die Gewinne deckeln.

Der Nasdaq 100 bildet die 100 größten US-Tech-Aktien ab, die in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Die Rendite beim Covered-Call-ETF bleibt nach oben begrenzt – das bedeutet, dass Anleger in starken Wachstumsphasen das Aufwärtspotenzial verpassen. Das Risiko besteht darin, dass der Markt steigt und der Covered-Call-ETF im Grunde flach bleibt.

Gefahr bei Rückgang und Wiederanstieg

Das größte Risiko liegt nicht in Phasen mit klaren Aufwärts- oder Abwärtsbewegungen, sondern in einem zeitweiligen Rückgang und einem darauf folgenden Wiederanstieg auf das bisherige Niveau. Auch auf dem gedrückten Niveau werden Call-Optionen verkauft, die sich beim Wiederanstieg als fatal erweisen – der Anleger verliert die Aktien zu ungünstigen Konditionen.

Keine Absicherung gegen Börsencrashs

Die Optionsprämie federt kleinere Verluste etwas ab, wenn die Kurse leicht fallen. Ein Totalschutz vor Börsencrashs ist es jedoch nicht. Covered-Call-ETFs bieten keine Garantie gegen starke Verluste und sind kein Ersatz für eine klassische Wachstumsausrichtung. Hinter den hohen Ausschüttungen lauern Kursrisiken, Steuerfallen und Wachstumsverzicht.

Für wen eignen sich Covered-Call-ETFs?

Covered-Call-ETFs sind nicht für alle Anlegertypen geeignet. Die Strategie sollte gemieden werden, wenn:

  • Aggressives Wachstum angestrebt wird und die Strategie Teil eines reinen Aktienwachstumsportfolios sein soll
  • Man auf maximale Partizipation am Aufschwung nicht verzichten will
  • Man eine umfassende Crash-Absicherung erwartet
  • Ein sehr einfaches Depot mit passiven Index-ETFs ohne komplexere Mechanik gewünscht ist

Die Strategie ist eher eine Ergänzung mit anderen Zielsetzungen als ein Ersatz für klassische Wachstumsausrichtung. Sie kann jedoch Risikodiversifikation im Portfolio verbessern, da die Calls auf diversifizierte Indizes geschrieben werden statt auf einzelne Aktien.

Covered-Call-ETFs im Kontext des KI-Booms

Tech-Indizes wie der Nasdaq 100 profitieren stark vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Am 23. August 2026 notierte der Nasdaq Composite bei 26.180,45 Punkten – ein Plus von 0,43 Prozent. Der S&P 500 stand bei 7.680,13 Punkten und legte um 0,46 Prozent zu. Diese Entwicklung zeigt das anhaltende Wachstumspotenzial von Tech-Aktien.

Für Anleger, die von diesem Wachstum maximal profitieren wollen, stellt die Covered-Call-Strategie eine Einschränkung dar. Wer im KI-Zeitalter auf Tech-Aktien setzt, verzichtet mit Covered-Call-ETFs auf einen erheblichen Teil der Aufwärtschancen. Die Strategie mag in ruhigeren Marktphasen sinnvoll sein – in einem von KI getriebenen Wachstumsmarkt lässt sie jedoch genau die Renditen liegen, die Tech-Investoren suchen.

Einordnung: Einkommen statt Wachstum

Covered-Call-ETFs sind aktiv gemanagte Produkte mit einer klaren Positionierung: Sie tauschen Wachstumschancen gegen laufendes Einkommen. Für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen bevorzugen und in seitwärts tendierenden Märkten zusätzliches Einkommen erzielen wollen, können sie eine sinnvolle Portfoliobeimischung darstellen.

Wer jedoch auf die Partizipation an starken Kursanstiegen – wie sie Tech-Aktien im KI-Zeitalter versprechen – nicht verzichten will, findet in passiven Index-ETFs die bessere Alternative. Die Covered-Call-Strategie ist kein Allheilmittel und keine Crash-Versicherung, sondern ein Instrument für spezifische Markterwartungen und Einkommensziele.

Quellen

Artikel teilen

X LinkedIn
Kommentare (0)

Anmelden, um zu kommentieren.

Das könnte dich auch interessieren

Newsletter abonnieren

Erhalte wöchentlich die wichtigsten Markt-Updates und Analysen direkt in dein Postfach.