Alle Artikel
Bitcoin hinkt S&P 500 und Nasdaq hinterher: Warum Krypto die Aktien-Rally verpasst
Märkte4 Min. Lesezeit

Bitcoin hinkt S&P 500 und Nasdaq hinterher: Warum Krypto die Aktien-Rally verpasst

Von Redaktion aktie.com

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Kernaussagen

  • Bitcoin fiel im ersten Halbjahr 2026 um über 30 Prozent und notierte Ende Juni bei unter 59.000 US-Dollar, während der S&P 500 im selben Zeitraum zulegte.
  • Über den Fünfjahreszeitraum von Juni 2021 bis Juni 2026 erzielte der S&P 500 eine Rendite von 71,3 Prozent, Bitcoin hingegen nur 67,5 Prozent.
  • KI-Unternehmen generierten laut Jefferies-Analyse über 80 Prozent der Gewinne des S&P 500 im Jahr 2026, der Index wäre ohne sie nur um 2 Prozent gestiegen.
  • Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten bis Ende Juni 2026 Abflüsse von rund 5 Milliarden US-Dollar, während Bitcoin-Miner unter Produktionskosten von geschätzt 78.000 Dollar pro Coin produzierten.
  • Die Marktkapitalisierung von Bitcoin schrumpfte seit dem Oktober 2025 erreichten Höchststand von über 126.000 Dollar um mehr als 2 Billionen US-Dollar.
Artikel anhören
0:00 / 4:52

Bitcoin verzeichnete 2026 die schlechteste Performance gegenüber US-Aktienindizes in seiner jüngeren Geschichte. Im ersten Halbjahr fiel die Kryptowährung um über 30 Prozent und notierte Ende Juni bei unter 59.000 US-Dollar, während S&P 500 und Nasdaq von einer konzentrierten KI-Rally profitierten.

Dramatischer Wertverlust seit Oktober 2025

Von ihrem Höchststand bei über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 verlor die weltweit größte Kryptowährung bis Februar 2026 rund 40 Prozent an Wert. Bis Mitte Juni 2026 war Bitcoin auf 66.521,59 Dollar gefallen – ein Rückgang von 39.100 Dollar im Jahresvergleich. Die Marktkapitalisierung schrumpfte seit dem Oktober-Peak um mehr als 2 Billionen US-Dollar.

Ende März 2026 verzeichnete Bitcoin die längste Underperformance-Serie gegenüber Aktien in seiner Geschichte. Historische Daten auf Basis von rollierenden 63-Tage-Perioden deuteten darauf hin, dass solche Phasen in der Vergangenheit scharfen Erholungen vorausgingen.

S&P 500 überholt Bitcoin über fünf Jahre

Über den Fünfjahreszeitraum von 11. Juni 2021 bis 11. Juni 2026 erzielte der S&P 500 eine Rendite von 71,3 Prozent, Bitcoin hingegen nur 67,5 Prozent. In den sechs Monaten vor Mitte Juni 2026 zogen US-Aktien laut Datenanalysen „entscheidend an Bitcoin vorbei".

Goldman Sachs Research prognostizierte im Januar 2026 für den S&P 500 eine Gesamtrendite von 12 Prozent bei einem erwarteten Gewinnwachstum je Aktie von ebenfalls 12 Prozent. Tatsächlich stieg der Index bis Anfang Oktober 2026 deutlich, getrieben von einem eng begrenzten Sektor.

KI-Aktien dominieren den Markt

Die Stärke des S&P 500 im Jahr 2026 basiert fast ausschließlich auf Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz. Laut einer Jefferies-Analyse generierten KI-Firmen über 80 Prozent der Jahresgewinne des Index – ohne diese Unternehmen wäre der S&P 500 nur um 2 Prozent gestiegen.

Gewinnschätzungen für den KI-Sektor stiegen seit Mitte 2025 um mehr als 30 Prozent. Analysten erwarten für KI-Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 38,5 Prozent bis 2027, während der Gesamtmarkt bei 11,9 Prozent prognostiziert wird.

Massive Abflüsse aus Bitcoin-Fonds

Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten bis 29. Juni 2026 Mittelabflüsse von rund 5,2 Milliarden US-Dollar. Bis Monatsende summierten sich die Abflüsse auf etwa 5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig gerieten Bitcoin-Miner unter Druck: Laut JPMorgan-Analyse notierte die Kryptowährung unter den geschätzten Produktionskosten von 78.000 Dollar pro Coin.

MicroStrategy, einer der größten institutionellen Bitcoin-Halter, verkaufte Anfang Juni 2026 erstmals seit Jahren Bestände und bereitete den Verkauf weiterer Bitcoin im Wert von 1,25 Milliarden Dollar vor. Die Krypto-Börse Binance verlor im selben Zeitraum die EU-Lizenz unter neuen regulatorischen Anforderungen und wurde damit Millionen europäischen Nutzern unzugänglich.

Leverage-Abbau trifft Kryptomarkt härter

Der erzwungene Abbau von Fremdkapitalpositionen beschleunigte sich Anfang 2026, als Bitcoin Anfang Februar unter 70.000 Dollar fiel. Dieser Deleveraging-Mechanismus wirkt in Kryptomärkten anders als bei Aktien: Während Aktienmärkte auch bei moderaten Gewinnerwartungen steigen können, reagieren Kryptomärkte primär auf Liquiditäts- und Leverage-Veränderungen.

US-Aktien hatten nicht die gleichen spekulativen Exzesse erlebt wie Kryptomärkte und konnten daher ihre Rally fortsetzen. Bitcoin fungiert als „High-Beta-Barometer für globale Liquidität und Fiat-Entwertung", während US-Aktien Eigentum an produktiven Unternehmen repräsentieren – derzeit dominiert von der KI-Revolution.

Krypto-Aktien brechen ein

Auch Aktien von Krypto-Unternehmen litten unter der Marktentwicklung. Bis 30. Juni 2026 verzeichneten Coinbase (COIN), Circle (CRCL) und Bullish (BLSH) jeweils Kursverluste von mindestens 21 Prozent seit Jahresbeginn.

Bitcoin entwickelte sich im ersten Halbjahr 2026 schlechter als US-Aktien, Gold und Rohöl. Im Jahresvergleich mit Technologieaktien und Rohstoffen wurde Krypto zur schlechtesten Anlageklasse 2026.

Momentum statt Value: Anlegerverhalten ändert sich

Jim Ferraioli von Charles Schwab erklärte auf einem Panel im Juni 2026, Krypto-Investoren seien eher Momentum-Jäger als Value-Anleger. Kapital fließe von den gefallenen Bitcoin-Kursen zu schneller steigenden Anlagen wie KI-Aktien, Gold, Öl-Investments und dem SpaceX-Börsengang (SPCX).

Diese strukturellen Unterschiede zwischen den Anlageklassen erklären, warum sie 2026 so unterschiedlich auf Marktbedingungen reagierten. Während US-Aktien von konkreten Gewinnsteigerungen im KI-Sektor profitierten, fehlte Bitcoin diese fundamentale Verankerung in produktiven Unternehmensgewinnen.

Quellen

Artikel teilen

X LinkedIn
Kommentare (0)

Anmelden, um zu kommentieren.

Das könnte dich auch interessieren

Newsletter abonnieren

Erhalte wöchentlich die wichtigsten Markt-Updates und Analysen direkt in dein Postfach.