Pickups laufen, SUVs auch – und trotzdem verdient General Motors unterm Strich spürbar weniger. Der Grund ist kein geheimer Absatzknick, sondern eine ziemlich teure Mischung aus Zollkeule und E-Auto-Kater.
Erhöhte US-Importzölle und milliardenschwere Belastungen rund um die Elektromobilität haben den größten US-Autobauer 2025 gebremst. Der bereinigte Betriebsgewinn fällt gegenüber dem Vorjahr um fast 15 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar.
Marge runter, Umsatz stabil
Beim Umsatz bleibt GM zwar standhaft: 185 Milliarden Dollar, praktisch unverändert. Aber die Umsatzrendite – also vereinfacht gesagt: wie viel vom Umsatz am Ende als Gewinn hängen bleibt – rutscht um einen Prozentpunkt auf 6,9 Prozent.
Zollschmerz und teure E-Auto-Wende
Besonders weh tun die unter US-Präsident Donald Trump stark erhöhten Zölle. Vor allem Aufschläge auf Importfahrzeuge aus Mexiko kosten GM rund drei Milliarden Dollar.
Noch dicker kommt es bei den Elektroautos. Sechs Milliarden Dollar schlagen negativ zu Buche – weil die Nachfrage in den USA nachlässt und weil GM Zulieferer entschädigen muss, denen der Konzern bestellte Teile am Ende doch nicht abnimmt.
Cashflow hält, China bleibt grün
Trotzdem spült das Geschäft weiter ordentlich Geld in die Kasse. Bei leicht gestiegenem weltweiten Absatz auf 6,2 Millionen Fahrzeuge und guten Verkäufen von Pickup-Trucks und SUVs in den USA erwirtschaftet GM rund zehn Milliarden Dollar verfügbare Mittel – genau so viel wie im Vorjahr.
In China halten die Amerikaner ihren Marktanteil bei sieben Prozent. Volkswagen verliert dort nach diesen Angaben mehr als einen Prozentpunkt und kommt auf elf Prozent. GM beendet das Jahr in China mit 600 Millionen Dollar Gewinn.
Barra setzt auf Dividende, Rückkäufe – und höhere Ziele
GM-Chefin Mary Barra will den stabilen Cashflow an die Aktionäre weiterreichen: angekündigt sind eine steigende Dividende und zusätzliche Aktienrückkäufe im Gesamtvolumen von sechs Milliarden Dollar. Vorbörslich treibt das den Kurs an.
Für 2026 nimmt Barra mehr Gewinn ins Visier: 13 bis 15 Milliarden Dollar, mit einem Margenziel von acht bis zehn Prozent. In Nordamerika soll der Absatz von Verbrennern leicht zulegen, und die Verluste mit Elektromobilität dürften nach dem Rückbau von Produktionskapazitäten kleiner ausfallen.
GM kalkuliert außerdem mit bis zu 750 Millionen Dollar Einsparungen, weil die Trump-Administration Vorgaben zu Spritverbrauch und CO2-Emissionen aufweicht. Gegenüber einem US-Sender macht Barra aber klar: Elektroautos bleiben langfristig das Ziel – nur sollen sie endlich billiger zu bauen sein.

