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10. Februar 2026

USA planen Chip-Zölle – doch Big Tech soll raus sein: Was da läuft

TSMC
Foto: Depositphotos.com / MichaelVi

Washington predigt harte Halbleiter-Politik – und bastelt gleichzeitig an einer Schonzone für die größten Chip-Käufer. Denn bei den nächsten geplanten US-Zöllen auf Chips sollen ausgerechnet die Cloud-Riesen offenbar glimpflich davonkommen.

Im US-Handelsministerium werde demnach an einem Modell gearbeitet, das sogenannten Hyperscalern gezielte Erleichterungen gibt. Hyperscaler – das klingt nach Techniksprech, ist aber simpel: Das sind die Betreiber riesiger Rechenzentren, also die großen Cloud- und KI-Anbieter. Ohne Chips läuft dort nichts. Und genau deshalb ist das Ganze keine Randnotiz, sondern ein politisches Signal mit Ansage.

Der Deal: Zollvorteil gegen Fabrikbau

Im Zentrum steht TSMC, der taiwanesische Chipfertiger, der bei den modernsten KI-Chips den Ton angibt. Die Ausnahmen sollen an Investitionszusagen von TSMC gekoppelt sein. Das Unternehmen habe zugesagt, 165 Milliarden Dollar in neue Kapazitäten in den USA zu stecken. Die Logik dahinter ist so simpel wie knallhart: Je mehr TSMC tatsächlich in den USA produziert, desto größer sollen die Zollvorteile ausfallen.

Das ist Industriepolitik nach dem Motto „bauen statt jammern“ – und es zeigt, worum es Washington wirklich geht: Abhängigkeiten reduzieren, Produktion ins eigene Land holen, dabei aber die eigenen Tech-Schwergewichte nicht ausbremsen. Klingt nach Balanceakt, ist es auch.

Handelsabkommen als Hebel

Als Grundlage gilt ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Taiwan. Washington habe darin die Zölle auf Importe von der Insel auf 15 Prozent gesenkt – im Gegenzug für Investitionen von 250 Milliarden Dollar in die US-Chipindustrie. Während neue Werke hochgezogen werden, dürfen taiwanesische Firmen ein Vielfaches ihrer geplanten Kapazität zollfrei importieren. Übersetzt: Bevor die Fabriken fertig sind, gibt es erstmal Luft im System – damit die Versorgung nicht abreißt.

Und jetzt kommt der Punkt, der für Amazon, Google und Microsoft entscheidend wäre: TSMC soll die ihm zustehenden Zollausnahmen an US-Kunden weiterreichen dürfen. Das würde heißen: Die großen Cloud- und KI-Anbieter könnten ihre Chips weiterhin zollfrei importieren – zumindest solange TSMC in den USA wie versprochen Kapazitäten hochfährt. Umfang und Dauer der Erleichterungen sollen davon abhängen, wie viel Produktion in den kommenden Jahren wirklich entsteht.

Intern Streit – und die nächste Zollwelle droht

Ganz durch ist das Paket offenbar nicht. Innerhalb der US-Regierung sei der Plan umstritten und noch nicht final beschlossen. Man merkt: Hier prallen Interessen aufeinander – harte Zollpolitik fürs Schaufenster, aber auch die Angst, die eigene Digitalwirtschaft mit höheren Chipkosten zu treffen.

Dazu passt der Hinweis aus dem Weißen Haus, dass später eine zweite Phase mit deutlich breiteren Halbleiterzöllen folgen könnte. Die Frage ist also: Ist das jetzt eine saubere Übergangslösung – oder nur das Vorspiel, bevor Washington doch den großen Zoll-Hammer auspackt? Entscheidend wird sein, wie schnell TSMC seine US-Fertigung tatsächlich hochzieht. Denn je länger das dauert, desto größer wird der politische Druck, die Ausnahmen zu begrenzen – oder gleich ganz zu streichen.