Ein globaler Zollsatz von 15 Prozent – so ein Vorhaben klingt nach trockener Handelspolitik, trifft die Börsen aber wie ein Stolperdraht. Genau das passiert in Asien: Nach neuen Trump-Ansagen reagieren die Märkte nervös und laufen zum Wochenstart auseinander.
Die Verunsicherung über die US-Zollpolitik hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag uneinheitlich tendieren lassen. In Japan blieb die Börse wegen eines Feiertags geschlossen, allerdings gaben die Nikkei-Futures (Terminkontrakte auf den japanischen Leitindex) um ein Prozent nach.
Demgegenüber legte der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans um 0,8 Prozent zu. Südkorea und Taiwan setzten ihre Rekordjagd mit einem Plus von jeweils 1,2 Prozent fort. Die Märkte in Shanghai und Shenzhen blieben ebenfalls geschlossen.
Zollpolitik als Störfeuer
Auslöser der Nervosität war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof einen neuen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. Ein Devisenstratege der NAB sagte, die Zolllandschaft sei nun unsicherer als zuvor, und Unsicherheit sei für keine Wirtschaft und keinen Markt eine gute Nachricht. China kündigte eine vollständige Bewertung der Lage an und forderte Washington auf, einseitige Zollmaßnahmen aufzuheben.
Zu den Gewinnern zählten Technologiewerte in Südkorea und Taiwan, die von der jüngsten Rally im KI-Sektor profitierten. Die Anleger blicken jedoch gespannt auf die Quartalszahlen des Chip-Giganten Nvidia im weiteren Wochenverlauf, die als wichtiger Test für den gesamten Sektor gelten.
Dollar schwächelt, Euro legt zu
Am Devisenmarkt geriet der Dollar angesichts der politischen Unsicherheit in den USA unter Druck. Er verlor 0,5 Prozent auf 154,34 Yen und notierte zur Schweizer Währung 0,5 Prozent niedriger bei 0,7722 Franken. Zum chinesischen Yuan gab er leicht auf 6,9080 nach. Im Gegenzug stieg der Euro um 0,3 Prozent auf 1,1818 Dollar.
Ölpreise geben nach
Die Ölpreise sanken, nachdem für Donnerstag eine neue Runde der Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran angesetzt wurde. Das linderte die Sorgen vor einer militärischen Eskalation in der Region. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um ein Prozent auf 71,02 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fiel um 1,1 Prozent auf 65,75 Dollar.
Wall Street schloss zuvor fester
Die US-Börsen hatten am Freitag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 49.625,97 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 6.909,51 Zähler, während der technologielastige Nasdaq um 0,9 Prozent auf 22.886,07 Stellen zulegte.

