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4. Februar 2026

UBS überrascht: Gewinnsprung trotz Credit-Suisse-Integration

UBS
Foto: Depositphotos.com / photogearch

Die UBS schafft es gerade, zwei Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten: Sie baut die Credit Suisse um – und liefert trotzdem so viel Gewinn, dass Dividende und Rückkäufe gleich mit angehoben werden. Klingt nach Rückenwind. Nur: Aus Bern weht ein ziemlich steifer Gegenwind, weil der Staat der Riesenbank mehr Kapital abverlangen will.

Unterm Strich verdiente die UBS 2025 7,8 Milliarden Dollar, nach 5,1 Milliarden Dollar im Jahr davor – ein Plus von rund 50 Prozent. Die Bank erklärt das mit höheren Erträgen und niedrigeren Kosten. Laut UBS lagen Analysten in einer bankeigenen Umfrage bei 7,5 Milliarden Dollar. Heißt: Die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern leicht übertroffen – und das mitten in einer Integration, die intern Zeit, Geld und Nerven kostet.

Für Aktionäre ist das erstmal Musik in den Ohren. Die Dividende soll für 2025 um 22 Prozent auf 1,10 Dollar je Aktie steigen. Dazu plant UBS Aktienrückkäufe von drei Milliarden Dollar. Rückkäufe sind vereinfacht gesagt ein „Wir kaufen eigene Aktien zurück“-Programm: Weniger Aktien am Markt kann den Gewinn je Aktie hübscher aussehen lassen – und viele Investoren feiern das.

Der Haken: Politik und Kapitalauflagen

Ganz so frei nach dem Motto „Kasse auf, Party an“ läuft es aber nicht. Wie groß das Rückkaufpaket am Ende wirklich wird, hängt davon ab, wie hart die Schweiz bei den Kapitalanforderungen durchgreift – also wie viel Extra-Puffer die Bank als Sicherheitsnetz vorhalten muss. Ursprünglich hatte UBS für 2026 Rückkäufe von mindestens 5,6 Milliarden Dollar im Visier.

UBS-Chef Sergio Ermotti spricht von großen Fortschritten bei einer der komplexesten Bank-Integrationen überhaupt. Gleichzeitig nervt ihn – und nicht nur ihn – die regulatorische Unsicherheit in der Schweiz: Die Regierung will die UBS verpflichten, zusätzliches Eigenkapital von 24 Milliarden Dollar vorzuhalten. Übersetzt: Mehr hartes Kapital, das nicht ausgeschüttet werden kann, sondern als Stoßdämpfer in der Bilanz liegt, falls es knallt.

UBS hält dagegen, weil sie Nachteile gegenüber internationalen Rivalen befürchtet – und weil genau solche Zusatzpuffer Ausschüttungen an Aktionäre ausbremsen können. Im Dezember gab es für Anleger einen kleinen Hoffnungsschimmer: Schweizer Parlamentsabgeordnete brachten einen Vorschlag ins Spiel, der die Vorgaben deutlich abschwächen würde. Finanzministerin Karin Keller-Sutter will allerdings bei ihrer harten Linie bleiben. Am Ende entscheidet in der Kernfrage das Parlament – und bis dahin bleibt ein dicker Unsicherheitsblock stehen.

Woher das Geld kommt – und was UBS jetzt verspricht

Operativ lief es 2025 rund. UBS verdiente laut Bericht vor allem im Kerngeschäft mit reichen und superreichen Kunden gut – und im Investmentbanking. Letzteres ist der Teil, der mit Börsengeschäften, Deals und Kapitalmarktgeschäft Geld verdient. Wenn Kunden viel handeln, klingelt dort die Kasse. Genau das passierte offenbar: Der rege Handel spülte zusätzliche Einnahmen rein.

Dass dieses Umfeld gerade hilft, zeigt auch der Blick nach Frankfurt: Die Deutsche Bank profitierte ebenfalls davon und steigerte ihren Nettogewinn 2025 auf 6,12 Milliarden Euro – mehr als eine Verdopplung. Laut Bericht legten alle vier Geschäftsbereiche im Vergleich zum Vorjahr zweistellig beim Gewinn zu.

UBS nutzt den Schwung und schärft ihre Ziele nach. Bei den Einsparungen rund um die Credit-Suisse-Integration legt die Bank noch eine Schippe drauf: Das Ziel steigt um 0,5 Milliarden auf 13,5 Milliarden Dollar. Außerdem soll sich der Kosten-Ertragssatz auf rund 67 Prozent verbessern – das ist im Kern die Frage: Wie viel Kosten fallen an, um einen Dollar Ertrag zu verdienen? Je niedriger, desto besser.

Zum Ausblick sagt UBS: Die Marktbedingungen seien insgesamt konstruktiv, das Transaktions- und Kapitalmarktgeschäft samt Pipeline gesund. Gleichzeitig warnt die Bank: Wegen großer geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten kann die Stimmung jederzeit drehen – und dann kommt oft Volatilität, also stärkeres Auf und Ab an den Märkten. Spannend wird, ob UBS ihre Ausschüttungspläne durchgezogen bekommt – oder ob die Politik am Ende die Leitplanken so eng setzt, dass aus dem Rückkaufplan schnell eine Nummer kleiner wird.