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20. März 2026

Uber zündet bei Rivian den Milliarden-Turbo – doch der Haken ist gewaltig

rivian
Foto: depositphotos.com / MichaelVi

Uber legt bei Rivian nicht einfach ein paar Millionen auf den Tisch, sondern macht gleich ein richtig dickes Fass auf. Bis zu 1,25 Milliarden Dollar will der Fahrdienst in den Elektroautobauer stecken, um sich den exklusiven Zugriff auf 10.000 autonome R2-SUVs zu sichern. Ab 2028 sollen diese Fahrzeuge als Robotaxis über die Uber-Plattform unterwegs sein. Fest zugesagt sind zunächst 300 Millionen Dollar, der Rest hängt daran, ob Rivian bei der Technik fürs autonomen Fahren die vereinbarten Etappen auch wirklich schafft.

Das ist für Rivian kein nettes Extra, sondern ein Deal mit Wucht. Das Unternehmen bekommt dringend benötigtes Kapital und dazu einen Partner, der im großen Stil Fahrzeuge auf die Straße bringen kann. Gleichzeitig wird aber klar, was das kostet: Rivian verabschiedet sich von der Erwartung, schon 2027 operativ bereinigt profitabel zu werden. Stattdessen fließt mehr Geld in Forschung und Entwicklung, damit die autonome Technik schneller vorankommt. Anders gesagt: kurzfristig mehr Druck, langfristig die Hoffnung auf einen Platz ganz vorne im Robotaxi-Geschäft.

Ein ambitionierter Plan mit klaren Etappen

Bemerkenswert ist, wie konkret die Vereinbarung ausfällt. Die ersten Einsätze sind in San Francisco und Miami geplant, später könnten deutlich mehr Städte folgen. Ab 2030 hat Uber die Option, weitere 40.000 Robotaxis zu kaufen. Wenn alle Meilensteine fallen, wollen die beiden Unternehmen bis Ende 2031 tausende unbeaufsichtigte Rivian-R2-Robotaxis in 25 Städten in den USA, Kanada und Europa auf die Straße bringen. Das klingt nicht nach lockerer Zukunftsmusik, sondern nach einem ziemlich klar abgesteckten Aufbauplan.

Nur: Gerade im Robotaxi-Markt ist auf dem Papier schon vieles sensationell gewesen, was später im Alltag zäh, teuer oder schlicht zu kompliziert wurde. Genau deshalb ist der Deal zwar stark, aber eben noch lange kein Selbstläufer. Rivian ist bislang nicht mit einem Robotaxi-Dienst am Markt, hat aber im Dezember seinen ersten eigenen Chip für autonomes Fahren vorgestellt und arbeitet parallel daran, die kleineren und günstigeren R2-Modelle an den Start zu bringen. Die Richtung stimmt also – nur geliefert werden muss eben trotzdem noch.

Die Börse jubelt kurz – und fängt sich dann wieder

An der Börse war genau diese Mischung aus Fantasie und Vorsicht zu sehen. Rivian sprang zunächst um fast 12 Prozent nach oben, später blieb davon nur noch rund 1 Prozent Plus übrig. Der Markt fand die Nachricht also erst einmal ziemlich sexy, hat dann aber rasch wieder runtergekühlt. Das ist ein Signal, das man nicht wegwischen sollte: Anleger sehen das Potenzial, glauben aber noch nicht blind daran, dass hier schon alles in trockenen Tüchern ist.

Für Uber passt der Schritt dagegen sauber ins größere Bild. Der Konzern will sich immer stärker als Plattform für verschiedene Robotaxi-Anbieter aufstellen, statt alles allein zu entwickeln. Partnerschaften mit Waymo, Baidu und Lucid gibt es bereits, mit Nvidia arbeitet Uber ebenfalls an autonomen Fahrtechnologien. Gleichzeitig zieht der Wettbewerb an: Waymo fährt schon mit rund 2.500 Robotaxis in mehreren US-Städten, Tesla hat in Austin einen kleinen Dienst gestartet. Die entscheidende Frage lautet jetzt: Wird Rivian für Uber zum echten Türöffner in diesem Markt – oder bleibt das am Ende ein teurer Plan, der unterwegs ins Stottern gerät?