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6. Februar 2026

Tokio bremst vor der Wahl – doch der echte Schlag kommt aus den USA

Nikkei_aktienmarkt
Foto: Depositphotos.com / makingmovie2002

Die Party der Tech-Lieblinge hat einen dicken Kratzer bekommen: Was am Donnerstag an der Wall Street verkauft wurde, riss am Freitag auch Asiens Börsen nach unten – besonders dort, wo KI und Chips bisher wie Selbstläufer wirkten.

Tokio vor der Wahl: Zurückhaltung trifft Tech-Dämpfer

In Tokio hielten sich viele Anleger vor der Parlamentswahl am Sonntag sichtbar zurück. Trotzdem: Der Rückzug war nicht nur Wahl-Nervosität, sondern auch ein klarer Dämpfer aus den USA. Vor allem Technologiewerte bekamen die Quittung.

Gewinner abseits des Hypes, Tech rutscht weg

Zu den auffälligen Gewinnern zählten ausgerechnet Titel abseits des großen KI-Hypes: Ajinomoto, ein Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen, sprang um zehn Prozent nach oben. Mitsubishi Motors legte 8,5 Prozent zu. Auf der anderen Seite ging es bei den Tech-Werten ruppig bergab: Der Chip-Ausrüster Advantest verlor 3,1 Prozent, Nikon sackte um 8,5 Prozent ab. Nomura-Stratege Maki Sawada sagte, in Anlehnung an den US-Markt seien einige hochpreisige Halbleiter- und KI-Werte gefallen – allerdings nicht so stark wie am Donnerstag.

Neue KI-Modelle als Risiko: Weniger Gewinn statt Goldrausch

Händler erklärten die Kursverluste mit einer Sorge, die für viele Anleger richtig unangenehm ist: Neue KI-Modelle könnten Softwarefirmen die Margen verhageln – also dafür sorgen, dass am Ende weniger Gewinn übrig bleibt. Das trifft den Kern des KI-Booms, denn hohe Kurse leben von der Idee, dass die Gewinne später kräftig sprudeln.

Amazon schockt nach Börsenschluss: Investitionen als teure Ansage

Für extra Unruhe sorgte Amazon. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel um 11,5 Prozent ab – nach Börsenschluss, wenn viele Profis schon reagieren, bevor der nächste Handelstag startet. Auslöser: Amazon stellte für dieses Jahr einen Anstieg der Investitionsausgaben um mehr als 50 Prozent in Aussicht. Investitionsausgaben, das ist das große Geld für Wachstum – etwa Rechenzentren, Infrastruktur, Technik. Klingt nach Zukunft, fühlt sich für den Markt aber oft erst mal wie eine teure Rechnung an.

KI, Krypto, Edelmetalle: Anleger stellen die Stützen infrage

Ein Marktanalyst brachte es so auf den Punkt: Anleger stellten gerade jene Säulen infrage, die die Märkte in den vergangenen sechs Monaten gestützt hätten – KI, Krypto und Edelmetalle. In Südkorea geriet vor allem der Kospi unter Druck. In China kam noch ein Sonderthema obendrauf: Der Handel mit dem Silber-Futures-Fonds von UBS SDIC wurde ausgesetzt, während der CSI-300-Index kaum von der Stelle kam.

Die Frage nach dem Absturz: kurzer Schock oder Trendwende?

Jetzt läuft vieles auf eine simple Frage hinaus: War das nur ein kurzer Reality-Check – oder fängt der Markt gerade an, die teuersten Geschichten strenger abzurechnen? Die nächsten Handelstage dürften zeigen, ob sich der Tech-Sektor fängt oder ob der Rotstift weiter durch die KI-Favoriten zieht.