21 Banken für einen einzigen Börsengang: Schon diese Zahl macht klar, dass SpaceX nicht einfach an die Börse will, sondern mit maximalem Wumms. Laut Reuters arbeitet das Raumfahrtunternehmen an einem IPO im Juni, intern läuft das Ganze unter dem Codenamen „Project Apex“. Im Raum steht eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar. Das wäre kein normaler Börsengang mehr, sondern ein Auftritt in Übergröße.
Die fünf aktiven Bookrunner – also die führenden Banken, die den Deal strukturieren, einsammeln und an Investoren verteilen sollen – sind dem Bericht zufolge Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup. Allein diese Runde liest sich schon wie die Wall-Street-Startelf für besonders große Deals.
Bankenarmee für den Mega-Deal
Dazu kommen laut Reuters 16 weitere Banken in kleineren Rollen. Genannt werden Allen & Co, Barclays, BTG Pactual aus Brasilien, Deutsche Bank, ING Groep, Macquarie, Mizuho, Needham & Co, Raymond James, Royal Bank of Canada, Societe Generale, Santander, Stifel, UBS, Wells Fargo und William Blair. Etwa die Hälfte dieser Namen sei bisher noch nicht öffentlich bekannt gewesen. Das zeigt vor allem eins: Hier wird nicht improvisiert, hier wird ein Börsengang mit der Brechstange vorbereitet.
Die Größe dieses Bankenkonsortiums ist kein Zufall. Je mehr Banken an Bord sind, desto besser lässt sich der Deal in verschiedene Kanäle drücken: an große Institutionelle, an vermögende Privatkunden und an Kleinanleger. Dazu kommt die geografische Streuung. Wer so ein Syndikat baut, will nicht nur Kapital einsammeln, sondern den Markt flächendeckend abdecken.
Große Bühne, große Erwartungen
Genau darin steckt die eigentliche Pointe. SpaceX plant offenbar einen Börsengang, der in jeder Hinsicht größer sein soll als der übliche Tech-IPO. Einerseits passt das zum Status der Firma und zum Nimbus von Elon Musk. Andererseits zeigt die Konstruktion auch, wie heikel die Nummer ist. Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar klingt spektakulär – sie muss am Ende aber auch jemand schlucken.
Reuters schreibt zudem ausdrücklich, dass sich die Pläne noch ändern können. Weitere Banken könnten noch dazukommen. Das ist mehr als eine formale Absicherung. Bei solchen Transaktionen wird bis zuletzt geschoben, gefeilscht und nachjustiert. Festgezurrt ist also noch nichts, auch wenn der Apparat bereits gewaltig aussieht.
Viel Größe, noch keine Bestätigung
SpaceX selbst reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Bank of America, Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs, JPMorgan, Mizuho, Santander und Wells Fargo lehnten einen Kommentar ab. Die übrigen Institute antworteten laut Reuters zunächst nicht. Das Muster ist bekannt: Wenn viele Beteiligte schweigen, heißt das oft nicht, dass nichts läuft – sondern eher, dass gerade sehr wohl etwas läuft.
Reuters hatte bereits berichtet, dass die beteiligten Banken unterschiedliche Aufgaben nach Investorengruppen und Regionen übernehmen sollen. Auch das passt ins Bild. Ein Deal dieser Größenordnung wird nicht aus einem Guss verkauft, sondern fein zerlegt: Wer kümmert sich um institutionelle Anleger, wer um reiche Privatkunden, wer um den Retail-Bereich, also normale Börsenkäufer? Genau dafür steht diese ungewöhnlich breite Aufstellung.
Ganz ohne historisches Vorbild ist das nicht. Große IPO-Syndikate sind bei Mega-Deals inzwischen fast schon Standard. Arm Holdings arbeitete bei seinem Börsengang 2023 mit fast 30 Banken zusammen. Alibaba stellte für sein Rekorddebüt 2014 ebenfalls eine besonders große Gruppe von Underwritern auf. SpaceX reiht sich damit schon vor dem ersten Handelstag in die Liga der absoluten Großkaliber ein.
Bemerkenswert ist auch das Umfeld. Am Dienstag legten die US-Börsen in einer deutlichen Erholungsrally kräftig zu. Der Dow Jones gewann 2,5 Prozent, der S&P 500 stieg um fast 3 Prozent und der Nasdaq sogar um mehr als 3,8 Prozent. Solche Tage helfen natürlich, wenn im Hintergrund ein Börsengang dieser Wucht vorbereitet wird. Die entscheidende Frage bleibt aber: Reicht die Markteuphorie auch dann noch, wenn aus dem großen Versprechen ein konkreter Preisschild wird?

