Wenn aus einem ewigen Börsengerücht plötzlich ein Zeitplan wird, lohnt sich genaueres Hinsehen. Bei SpaceX ist genau das passiert: Laut einem Bericht will das Unternehmen die Unterlagen für einen Börsengang womöglich noch in dieser Woche oder in der kommenden Woche bei den Aufsehern einreichen. Gemeint ist der IPO-Prospekt, also das offizielle Paket mit Zahlen, Risiken und allen Details für künftige Anleger.
Brisant ist vor allem die Größenordnung. Die beteiligten Berater rechnen dem Bericht zufolge damit, dass SpaceX bei dem Börsengang mehr als 75 Milliarden Dollar einsammeln könnte. Das wäre kein normaler Gang aufs Parkett mehr, sondern eine Hausnummer, die selbst im US-Markt alles überragt. Dazu kommt: Der Anteil für Privatanleger könnte bei mehr als 20 Prozent liegen, auch wenn diese Quote noch nicht endgültig feststeht. Das zeigt, wie groß der Wurf werden soll.
Mehr als nur heiße Luft?
Ganz aus dem Nichts kommt die Meldung nicht. Schon zuvor war berichtet worden, dass SpaceX zu einer Nasdaq-Notierung tendiert und intern an einem Börsengang arbeitet, der zu den größten aller Zeiten zählen könnte. Damals war sogar von einer möglichen Zielbewertung von 1,75 Billionen Dollar die Rede. Das ist ein Niveau, bei dem selbst erfahrene Marktbeobachter kurz schlucken.
Trotzdem wäre es ein Fehler, jetzt schon die Sektkorken knallen zu lassen. Der aktuelle Bericht ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen, und SpaceX reagierte auf eine Anfrage nicht sofort. Genau dieser Vorbehalt ist wichtig, weil sich die IPO-Spekulation bei SpaceX schon früher heißgelaufen hat. Das Unternehmen gilt seit Jahren als Kandidat für einen Mega-Börsengang, schleppt zugleich aber erhebliche Risiken mit sich herum – nicht zuletzt wegen der teuren und langfristigen Mars-Pläne von Elon Musk. Anders gesagt: Die Fantasie ist gewaltig, die Unsicherheit aber auch.
Zwischen Mythos und Milliarden
Die spannende Frage lautet nun also nicht mehr, ob SpaceX irgendwann einmal börsenreif sein könnte. Die Frage ist, ob diesmal wirklich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Einerseits wirkt der Schritt deutlich konkreter als viele frühere Gerüchte. Andererseits bleibt SpaceX ein Unternehmen, um das sich seit Jahren ein gewaltiger Mythos aufgebaut hat – und genau solche Geschichten locken Anleger an, können sie aber auch brutal enttäuschen, wenn aus der großen Ansage am Ende doch nur wieder Nebel wird.

