Finanznachrichten für Aktien & Börse
Startseite
Kostenlose Aktien & Börsen-Reports
Börsen-Newsletter


27. Oktober 2025

Siemens drängt auf robuste Netze und mehr Digitalisierung

Siemens
Foto: depositphotos.com / photogearch

Während vielerorts noch über Klimaziele gestritten wird, lenkt Siemens den Blick auf ein anderes Thema: die Versorgungssicherheit. Nach einer neuen Studie des Konzerns steht sie inzwischen weltweit ganz oben auf der Prioritätenliste – noch vor internationalen Klimaverpflichtungen. Das zeigt der Infrastructure Transition Monitor 2025, den Siemens am Montag vorgestellt hat.

Energieunabhängigkeit statt Klimakooperation

Die Untersuchung, für die 1.400 Führungskräfte und Regierungsvertreter aus 19 Ländern befragt wurden, verdeutlicht einen klaren Trend: Staaten und Unternehmen wollen sich unabhängiger machen und setzen stärker auf stabile Energienetze. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet laut Siemens, dass in den kommenden zwei Jahren wieder mehr Kapital in fossile Energieträger fließt. Gleichzeitig glaubt nur noch gut ein Drittel, die eigenen Klimaziele bis 2030 zu erreichen – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2023.

Siemens fordert deshalb, die Widerstandsfähigkeit der Energiesysteme stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Resiliente Netze, digitale Steuerung und künstliche Intelligenz seien entscheidend, um Krisen besser zu überstehen und langfristig stabile Energieflüsse zu sichern.

KI wird zum Werkzeug der Stabilität

Digitale Technologien gelten laut der Studie als Schlüsselfaktor für den Umbau der Energieinfrastruktur – direkt hinter dem Ausbau von Energiespeichern. Zwei Drittel der Befragten sehen in KI ein wirksames Mittel, um kritische Systeme widerstandsfähiger zu machen. Fast 60 Prozent nutzen die Technologie bereits, etwa zur Prozessoptimierung oder zur Emissionsreduktion.

Für Siemens ist das kein Zukunftsprojekt, sondern tägliches Geschäft. Der Konzern arbeitet an digitalen Netzlösungen und Automatisierungssystemen, die Stromflüsse in Echtzeit steuern und Engpässe frühzeitig erkennen sollen. Ziel ist ein Energiesystem, das auch in unruhigen Zeiten stabil bleibt.

Siemens-Aktie stabil um 245 Euro

An der Börse hält sich die Siemens-Aktie stabil bei rund 245 Euro. Im Monatsvergleich liegt sie knapp 9 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs etwa 30 Prozent. Anleger honorieren offenbar, dass Siemens klar Position bezieht – mit konkreten Plänen statt bloßen Schlagworten.

Mit der neuen Studie untermauert der Konzern seine Rolle als Technologielieferant für die Energiewende. Ob Politik und Wirtschaft den Appell zu mehr Investitionen in Netze und Digitalisierung ernst nehmen, dürfte sich spätestens zur Weltklimakonferenz COP30 zeigen.