Kaum ein DAX-Wert sorgt derzeit für so viel Gesprächsstoff wie SAP. Der Software-Riese hat im dritten Quartal 2025 ordentlich abgeliefert – vor allem im Cloud-Geschäft. Umsatz rauf, Gewinn rauf, Ausblick rauf. Kurz gesagt: Der Laden läuft. Doch die spannende Frage ist, ob das auch so bleibt – oder ob die Luft bald dünner wird.
Cloud läuft wie geschmiert
Das Herzstück von SAP ist und bleibt das Cloud-Geschäft – also Software, die nicht mehr auf Firmenservern läuft, sondern übers Internet. Genau hier hat der Konzern wieder zugelegt: Der Auftragsbestand kletterte auf satte 18,8 Milliarden Euro, ein Plus von 23 Prozent. Der Cloud-Umsatz zog um 22 Prozent an, und auch das operative Ergebnis legte zweistellig zu. Da hat der Vorstand gleich die Jahresprognose nach oben geschraubt.
Chef Christian Klein gibt sich zufrieden. Er sagt, SAP gewinne Marktanteile, weil Kunden immer mehr der firmeneigenen Lösungen nutzen – von Finanzen bis zur Lieferkette. CFO Dominik Asam betont, man halte Kurs und behalte trotz aller Unsicherheiten die Profitabilität im Blick. Klingt gut, aber: Die Konkurrenz schläft nicht. Microsoft, Oracle und Salesforce sind in den gleichen Gewässern unterwegs – und da wird der Kampf härter.
SAP Aktie: KI als Zugpferd der Zukunft
Neben den Zahlen hat SAP ein weiteres Ass aus dem Ärmel gezogen: Künstliche Intelligenz. Genauer gesagt: jede Menge davon. Die neuen „Joule-Agenten“ sollen künftig viele Aufgaben übernehmen – von der Rechnungsprüfung über Produktionsplanung bis hin zum Kundenservice. In Zukunft werden diese digitalen Helfer zu sogenannten „Joule Assistants“ zusammengefasst, also zu schlauen Alleskönnern für den Büroalltag.
Außerdem hat sich SAP die ISO-42001-Zertifizierung für verantwortungsvolle KI-Entwicklung geholt. Klingt nach Beamtendeutsch, bedeutet aber: Die Systeme sollen sicher, nachvollziehbar und regelkonform laufen. Bis Ende 2025 will SAP mehr als 400 KI-Funktionen am Start haben. Wenn das klappt, wäre das ein echter Vorsprung gegenüber vielen Wettbewerbern.
Zwischen Euphorie und Realität
Klar, die Zahlen sehen stark aus. Aber die Börse denkt immer einen Schritt weiter. Anleger werden genau hinschauen, ob SAP das Tempo halten kann – oder ob die Euphorie schon im Kurs steckt. Einerseits liefert das Cloud-Geschäft stabile Einnahmen und gute Margen. Andererseits sind die Erwartungen inzwischen ziemlich hoch.
Fakt ist: SAP hat geliefert. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass er die Leistung auch in den kommenden Quartalen wiederholen kann. Ob die SAP Aktie weiter klettert oder erstmal durchschnauft, hängt davon ab, ob aus dem Cloud- und KI-Boom nachhaltiges Geschäft wird – oder nur ein kurzer Höhenflug. Sicher ist: Langweilig wird’s bei SAP so schnell nicht.

