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22. Dezember 2025

Samsung vs. Nintendo, Juventus-Poker, Lemonade-Rally: Drei Stories, die Anleger diese Woche bewegen

Aktien

Ein paar Gramm Speicherchips können an der Börse gerade mehr auslösen als jede Marketingkampagne: Samsung kassiert Applaus – Nintendo kassiert die Rechnung. Der Grund ist derselbe, nur die Vorzeichen drehen sich um. Während sich der Halbleitermarkt erholt und Samsung vom Comeback profitiert, wird für Nintendo ausgerechnet ein zentrales Bauteil der neuen Switch 2 zum Kostentreiber.

Samsung lacht, Nintendo knirscht

Samsung-Aktionäre freuen sich über den Turnaround – also darüber, dass aus dem Problemfall wieder ein Konzern wird, dem Anleger etwas zutrauen. Rückenwind kommt aus dem Chipgeschäft: Der Markt für Speicherchips hatte zuvor ein Überangebot, die Preise waren im Keller. Jetzt zieht es wieder an.

Für Nintendo ist genau das bitter. Die Switch 2 verkauft sich seit ihrer Markteinführung im Juni zwar gut – aber gut verkaufen heißt noch lange nicht gut verdienen. Neue US-Zölle und höhere Produktionskosten drücken auf die Marge, also auf die Gewinnspanne pro Konsole. Bloomberg berichtet, dass die verbauten 12-GB-RAM-Module in kurzer Zeit um 41 Prozent teurer geworden sind. RAM ist Arbeitsspeicher – ohne den läuft bei so einer Konsole nichts, aber billiger wird er eben auch nicht, nur weil man es gern hätte. Kein Wunder also, dass sich die Aktien von Samsung und Nintendo zuletzt in entgegengesetzte Richtungen bewegt haben: Der eine verdient am Preisanstieg, der andere leidet darunter.

Exor sagt Nein – und zwar deutlich

In Turin geht es derweil nicht um Bauteile, sondern um Besitz. Exor hat ein Übernahmeangebot für Juventus Turin abgelehnt. Die Holding ist Großaktionär der börsennotierten Juventus und hält zwei Drittel der Aktien – wer so viel besitzt, muss nicht lange diskutieren, wenn er nicht verkaufen will.

Tether, ein Kryptounternehmen, hatte angeboten, 2,66 Euro pro Aktie zu zahlen. Das lag über den 2,20 Euro, die die Aktie vor dem Angebot kostete. Der Haken: So günstig war das Papier erst seit Ende November. Tether ist außerdem längst drin und hält bereits 11,5 Prozent der Juventus-Anteile.

Die Offerte, so Tether, entspringe tiefer Bewunderung und Respekt. Firmenchef Paolo Ardoino ist gebürtiger Italiener – da schwingt der Jugendtraum mit, einmal beim großen Klub mitzureden. Und Juventus wäre obendrein eine Werbefläche mit Flutlicht: Investigate Europe schätzt, dass bereits ein Drittel der professionellen europäischen Fußballklubs von Kryptowährungskonzernen gesponsert wird. Juventus gehört dazu: Im Juni wurde bekannt, dass das Logo der Kryptobörse WhiteBit auf den linken Ärmel der Trikots kommt.

Exor bleibt trotzdem hart. Der Kern der Botschaft: Juventus sei traditionsreich und erfolgreich, und seit über einem Jahrhundert stünden Exor und die Familie Agnelli als stabile, stolze Anteilseigner dahinter – und das bleibe so.

Lemonade bekommt Rückenwind – aber jetzt zählt Lieferung

Bei Lemonade ist die Stimmung fast schon ausgelassen. Die Aktie des Digitalversicherers bleibt bei Anlegern beliebt, und auch Analysten schieben mit. Vergangenen Dienstag sprang der Kurs um acht Prozent, nachdem Morgan Stanley sein Kursziel deutlich angehoben hatte.

Lemonade verkauft Versicherungen digital, schlank, ohne viel Filial-Getue – und setzt dabei auf moderne Technologie und Künstliche Intelligenz. Übersetzt: Software soll Prozesse übernehmen, die bei klassischen Versicherern Heerscharen von Mitarbeitern abarbeiten. Im dritten Quartal wuchs die Kundenzahl um 24 Prozent, die aktiven Versicherungsbeiträge – also das laufende Prämienvolumen der Kunden – stiegen um 30 Prozent. Nach Jahren teurer Investitionen in Marketing und Infrastruktur nähert sich das Unternehmen der Profitabilität.

Anleger sind begeistert: Die Aktie kletterte auf über 80 Dollar. Den Großteil des vergangenen Jahres dümpelte sie noch zwischen 15 und 20 Dollar herum. Die Frage ist jetzt nur: Wird aus dem Kursfeuerwerk ein stabiler Trend – oder verpufft der Schwung, sobald der nächste Realitätscheck ansteht?