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26. Februar 2026

Salesforce verpasst die Umsatz-Latte – Aktie sackt nachbörslich ab

Salesforce
Foto: Depositphotos.com / jetcityimage2

Die Börse hat Salesforce nach dem Ausblick erst mal einen Denkzettel verpasst: Mehr als 5% ging es nachbörslich runter, weil der Konzern für das Geschäftsjahr 2027 weniger Umsatz in Aussicht stellt als die Wall Street im Schnitt auf dem Zettel hatte.

Salesforce erwartet für 2027 einen Jahresumsatz von 45,80 bis 46,20 Mrd. US-Dollar. Der Mittelwert liegt damit knapp unter der Analystenschätzung von 46,06 Mrd. US-Dollar (LSEG). Das Signal dahinter ist klar: Die großen Kunden lassen beim Kauf von Unternehmenssoftware weiter die Handbremse drin – viele Firmen streichen oder verschieben Projekte und konzentrieren sich auf das, was wirklich nötig ist. Dazu passt, dass die Aktie in diesem Jahr bereits mehr als 28% verloren hat.

KI soll den Knoten lösen – kostet aber richtig Geld

Gleichzeitig pumpt Salesforce Milliarden in seine KI-Plattform. Genau da sitzt der Haken: Investoren fürchten, dass neue KI-Lösungen von Start-ups den klassischen Software-Anbietern (Stichwort „Software-as-a-Service“, also Software im Abo aus der Cloud) schneller ins Geschäft grätschen könnten, als es den Platzhirschen lieb ist.

Analystin Rebecca Wettemann (Valoir) bringt es auf den Punkt: Salesforce muss zeigen, dass die ersten KI-Erfolge nicht nur nette Tests sind, sondern breit in Unternehmen ankommen. Übersetzt heißt das: KI-Agenten – also Software, die Aufgaben teilweise selbstständig erledigen soll – müssen aus Pilotprojekten raus und im echten Betrieb in großem Stil laufen. Genau daran wird sich entscheiden, ob die KI-Story Umsatz bringt oder vorerst nur die Kosten hochzieht.

Dicke Versprechen für 2030 – und ein 50-Milliarden-Rückkauf

Um Vertrauen zu stützen, setzt Salesforce ein paar starke Gegenakzente. Der Konzern erhöhte seine Umsatzprognose für 2030 auf 63 Mrd. US-Dollar; im Oktober hatte Salesforce noch von mehr als 60 Mrd. US-Dollar gesprochen und nennt „agentic AI“ als Wachstumstreiber. Zusätzlich kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 50 Mrd. US-Dollar an – ein Signal: Es soll auch direkt Geld an die Aktionäre zurückfließen.

Kurzfristig sieht es operativ nicht schlecht aus. Für das erste Quartal stellt Salesforce 11,03 bis 11,08 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht, Analysten hatten 10,99 Mrd. US-Dollar erwartet. Im vierten Quartal bis zum 31. Januar meldete der Konzern 11,20 Mrd. US-Dollar Umsatz und lag damit leicht über der Schätzung von 11,18 Mrd. US-Dollar. Jetzt geht es um die Frage, ob Salesforce die KI-Ausgaben schnell genug in messbare Nachfrage verwandelt – oder ob der Markt weiter am Glaubenstest festhält.