Kaum ein Technologiethema klingt derzeit so futuristisch wie dieses: Rechenzentren im All. Genau das will das junge Unternehmen Starcloud umsetzen – unterstützt vom Chipgiganten NVIDIA. Während die Märkte weiter auf jede Nachricht aus dem KI-Sektor reagieren, sorgt dieses Projekt für neue Fantasie rund um die NVIDIA Aktie. Die entscheidende Frage lautet nun: Kann aus dieser Vision tatsächlich ein neuer Milliardenmarkt entstehen?
Rechenpower aus dem Orbit
Starcloud gehört zum Förderprogramm NVIDIA Inception und will noch in diesem Jahr seinen ersten Satelliten starten. „Starcloud-1“ soll mit einer NVIDIA-H100-GPU ausgestattet sein – ein Chip, der schon in irdischen Rechenzentren als Hochleistungsstandard gilt. Das Ziel: Daten direkt im Orbit verarbeiten, statt sie zur Erde zu übertragen. Geplant ist auf lange Sicht ein Rechenzentrum im Weltraum, rund vier mal vier Kilometer groß und vollständig mit Solarstrom betrieben. Die Wärme soll über Infrarotstrahlung ins All abgegeben werden – ein Ansatz, der die energieintensive Kühlung am Boden überflüssig machen könnte. Für Anwendungen wie Wettermodelle, Satellitenbilder oder Notfallanalysen wäre das ein Quantensprung in der Geschwindigkeit. Doch ob die Technik den harten Bedingungen im All standhält, muss sich erst zeigen.
Kooperation mit NVIDIA treibt die Vision
Starcloud profitiert direkt von der Expertise des US-Konzerns. NVIDIA stellt Hardware bereit und unterstützt das Projekt technisch. Später sollen die Systeme auf die neue Blackwell-Architektur umgestellt werden, die noch höhere Rechenleistung verspricht. Außerdem plant Starcloud, das Sprachmodell Gemma von Google auf der H100-Hardware im All zu betreiben. Damit könnten KI-Berechnungen künftig abgekoppelt von irdischen Serverfarmen laufen – ein Experiment, das auch für die Datenverarbeitung auf der Erde Impulse setzen dürfte.
NVIDIA Aktie im Fokus der Anleger
Während die Raumfahrtpläne für Schlagzeilen sorgen, bleibt die NVIDIA Aktie auch an der Börse ein Dauerthema. Der Kurs liegt aktuell bei rund 183 US-Dollar (Stand: 15. Oktober) und damit etwa 34 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn. In den letzten drei Monaten legte das Papier rund 8 bis 10 Prozent zu. Über zwölf Monate betrachtet beträgt der Zuwachs rund 30 Prozent. Analysten bei verschiedenen Banken, darunter HSBC, haben ihre Einschätzungen zuletzt nach oben korrigiert und Kursziele von bis zu 320 US-Dollar genannt – Bewertungen, die auf externen Analysen basieren. Fakt ist: NVIDIA profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach KI-Hardware und Projekten wie Starcloud, die neue Anwendungsfelder erschließen könnten. Einerseits also Rückenwind durch Innovation, andererseits bleibt die Bewertung anspruchsvoll.
Ob der Start von „Starcloud-1“ tatsächlich den nächsten Wachstumsschub bringt, bleibt offen. Sicher ist: Die kommenden Monate dürften zeigen, ob aus der Idee eines Rechenzentrums im All mehr wird als ein visionäres Experiment – und ob die NVIDIA Aktie weiter davon profitieren kann.

