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29. Januar 2026

Rekordgewinn bei der Deutschen Bank – und dann das: Ermittler durchsuchen Büros

Deutsche Bank
Foto: Depositphotos.com / Hackman

Auf dem Konto klingelt’s, vor der Tür stehen die Ermittler: Genau in diesem Spannungsfeld präsentiert die Deutsche Bank ihre Bilanz für 2025. Rekordgewinn einerseits – neue Geldwäsche-Ermittlungen andererseits. Das wirkt wie Champagner im Glas, während im Hintergrund schon die Sirene heult.

Die nackten Zahlen sind stark. Gut 9,7 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern – so viel hat der Dax-Konzern noch nie geschafft. 6,1 Milliarden Euro Überschuss bleiben nach Steuern übrig. Konzernchef Christian Sewing verkauft das als Schritt Richtung „europäischer Champion“. Klingt groß – und mit so einem Ergebnis lässt sich die Ansage zumindest begründen.

Der Makel, der nicht verschwindet

Dumm nur: Ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage wurde bekannt, dass es erneute Ermittlungen wegen Geldwäsche-Verdachts gibt. Und das ist kein Kleinkram. Ermittler durchsuchten laut Text unter anderem die Zentrale in Frankfurt sowie Geschäftsräume in Berlin. Gesucht wurde nach Beweisen im Zusammenhang mit früheren Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die wiederum im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

Was das bedeutet, auch für Leute ohne Jura-Studium: Geldwäsche ist im Kern das „Waschen“ von schmutzigem Geld, damit es sauber aussieht – und Banken stehen dabei immer unter besonderer Beobachtung. Wenn dann schon wieder Staatsanwälte und Durchsuchungsbeschlüsse auftauchen, ist der Imageschaden schnell größer als jede schöne Ergebnisgrafik. Das ist der Teil der Geschichte, den man nicht einfach mit ein paar Milliarden wegmoderieren kann.

Ziele rauf, Druck gleich mit

Der Sprung zum Vorjahr fällt deutlich aus. 2024 verdiente die Bank knapp 5,3 Milliarden Euro vor Steuern, der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss lag bei rund 2,7 Milliarden Euro. Der damalige Rückgang hatte laut Meldung vor allem mit Entschädigungen früherer Postbank-Aktionäre zu tun – vereinfacht gesagt: eine teure Altlast, die das Ergebnis nach unten gezogen hat.

Jetzt dreht der Vorstand den Regler hoch. Für die nächsten Jahre werden deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen angekündigt. Ziel: eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozent. Das ist die Kennzahl, die zeigt, wie gut die Bank das Geld ihrer Aktionäre verzinst – quasi der „Zins“ auf das eingesetzte Eigenkapital. Für 2025 hatte die Bank über 10 Prozent versprochen und laut Text 10,3 Prozent geliefert.

Die entscheidende Frage bleibt: Kann die Deutsche Bank den Rückenwind aus den Rekordzahlen nutzen, ohne dass die nächste Razzia die Story wieder umdreht? Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob aus dem Rekordjahr ein dauerhafter Befreiungsschlag wird – oder nur ein fetter Gewinn in einem Moment, in dem die Bank juristisch schon wieder Ärger am Hals hat.