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5. Februar 2026

Qualcomm liefert Rekord – und kassiert trotzdem die Quittung an der Börse

Qualcomm
Foto: Depositphotos.com / MichaelVi

Rekordumsatz – und trotzdem verdirbt Qualcomm den Anlegern die Laune. Denn nach einem Quartal, das sich wie ein Volltreffer liest, kommt der Ausblick eher wie ein nasser Lappen rüber: weniger Tempo, mehr Gegenwind.

Qualcomm hat dank robuster Nachfrage überraschend starke Quartalszahlen abgeliefert. Der weltgrößte Anbieter von Smartphone-Chips blieb mit seiner Prognose fürs laufende Quartal aber unter den Erwartungen am Markt. Chef Cristiano Amon schiebt das Problem dorthin, wo es wehtut: in die Lieferkette.

Speicherchips werden zur Spaßbremse

Amon sagte, Engpässe bei Speicherchips trieben die Preise für Mobiltelefone nach oben. Speicherchips – das sind die Bausteine, ohne die weder Smartphone noch PC ordentlich arbeiten kann. Wenn davon zu wenig da ist, wird’s schlicht teurer. Und wenn’s teurer wird, kaufen weniger Leute. Genau damit rechnet Amon: 2026 könnte der Smartphone-Absatz sinken.

Hinter dem Engpass steckt der aktuelle Bauboom bei Rechenzentren. Dort werden Speicherchips massenhaft verschlungen – und die Nachfrage liegt weit über dem Angebot. Dazu kommt: Einige Hersteller fahren lieber die dicken Margen ein und bauen verstärkt Hochleistungsspeicher für Künstliche Intelligenz. Klingt nach Zukunft, hat aber eine simple Nebenwirkung: Für normale Speicherchips bleibt weniger Platz in der Fabrik. Ergebnis: Flaschenhals.

Zahlen stark, Kurs schwach

Unterm Strich hat Qualcomm im abgelaufenen Quartal geliefert: Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar – Rekord, betonte Amon. Sein Fazit fiel entsprechend aus: sehr zufrieden, wenn da nicht diese fehlenden Speicherchips wären.

Für das laufende Vierteljahr peilt Qualcomm 10,2 bis 11,0 Milliarden Dollar Umsatz an. Beim Gewinn stellt der Konzern 2,45 bis 2,65 Dollar je Aktie in Aussicht. Die Börse hörte vor allem: Das wird erstmal zäher. Die Aktie rutschte im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp sieben Prozent ab.

Nicht nur Smartphone – Qualcomm sucht den nächsten Hebel

Qualcomm hängt längst nicht mehr nur am Smartphone-Tropf. Der Konzern setzt auch auf Prozessoren für PCs und Rechenzentren. Ein Hoffnungsträger ist der Snapdragon X Elite, ein Chip für Windows-PCs, mit dem Qualcomm Intel und AMD Marktanteile abjagen will. Ob das reicht, um dauerhaft Druck aus dem Smartphone-Geschäft zu nehmen? Fraglich – denn wenn Speicherchips teuer bleiben, bremst das auch PC-Käufe. Experten rechnen genau damit.

Außerdem hat Qualcomm KI-Chips für Server im Programm. Als Kunde wird ein KI-Entwickler genannt, der vom saudi-arabischen Staatsfonds gegründet wurde. Und es läuft laut Bericht noch mehr: Gespräche mit einem großen Cloud-Anbieter. Jetzt kommt’s darauf an, ob Qualcomm diese neuen Baustellen schnell groß bekommt – bevor der Speicherchip-Mangel aus einer Ausrede ein echtes Problem macht.