Finanznachrichten für Aktien & Börse
Startseite
Kostenlose Aktien & Börsen-Reports
Börsen-Newsletter


28. November 2025

Puma Aktie: Chinesische Milliardenjäger im Anmarsch – was jetzt wirklich gespielt wird

Puma
Foto: depositphotos.com / grand-warszawski

FRANKFURT/HERZOGENAURACH – Beim Sportartikelhersteller Puma läuft gerade ein Kino, das viele Anleger so nicht erwartet haben: Aus Asien kommen Übernahmegerüchte, der Kurs schießt nach oben, und im Hintergrund sitzt ein Großaktionär, ohne den nichts gehen wird. Berichtet haben das unter anderem internationale Nachrichtenagenturen.

Chinesische Interessenten klopfen an

Nach diesen Meldungen prüfen die chinesischen Sportkonzerne Anta Sports und Li Ning, ob sie ein Angebot für Puma auf die Beine stellen könnten. Beide sind in Hongkong börsennotiert. Aus dem Umfeld der Unternehmen ist zu hören, dass Anta bereits mit einem Berater zusammenarbeitet und auch ein Schulterschluss mit Finanzinvestoren auf dem Tisch liegt – also Private-Equity-Fonds, die das Geld mitbringen, wenn der Preis stimmt.

Li Ning redet dem Vernehmen nach mit Banken über mögliche Finanzierungsmodelle, bremst aber offiziell: In einer Mail an eine Nachrichtenagentur hieß es, es gebe keine „substanziellen Verhandlungen oder Evaluierungen“ zu einer Puma-Übernahme, der Fokus liege weiter auf der eigenen Marke. Der japanische Hersteller Asics wurde ebenfalls als möglicher Bieter genannt, hat ein Interesse an einer Übernahme aber klar verneint. Puma selbst schweigt, Anta ließ Anfragen zunächst unbeantwortet.

Was die Gerüchte mit der Puma Aktie anrichten

An der Börse hat die ganze Geschichte sofort durchgeschlagen. Am Tag nach den ersten Meldungen legte der Puma-Kurs im Xetra-Handel rund 15 bis knapp 20 Prozent zu und kletterte zeitweise über die Marke von 20 Euro. Zuvor hatte das Papier seit Jahresbeginn in etwa die Hälfte seines Werts eingebüßt. Der Börsenwert des Unternehmens liegt damit aktuell grob im Bereich von gut 2 bis 2,5 Milliarden Euro.

Im Hintergrund steht ein Konzern, der operativ unter Druck steht. Puma bekommt schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten zu spüren und zahlt zusätzlich für Zölle in den USA drauf. Im dritten Quartal sanken die Erlöse um rund zehn Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Das Management reagiert mit einem harten Sparkurs: Rund 900 Stellen in der Verwaltung sollen wegfallen, Rabattaktionen werden zurückgefahren, das Sortiment ausgedünnt und das Marketing umgebaut.

Neuer Mann an der Spitze ist seit diesem Jahr Arthur Hoeld, zuvor Manager bei Adidas. Er hat klargemacht, dass 2025 ein Übergangsjahr mit roten Zahlen wird und dass der Konzern erst ab 2027 wieder spürbares Wachstum anpeilt. Für die Puma Aktie bedeutet das: Der Kurs hängt nicht nur an Übernahmefantasie, sondern auch daran, ob Anleger diesem Turnaround-Plan glauben.

Ohne Artemis geht bei Puma nichts

Der Schlüssel zu jeder größeren Transaktion liegt beim Großaktionär Artemis. Die Holding der französischen Familie Pinault hält rund 29 Prozent an Puma. Aus dem Umfeld von Artemis hieß es in den vergangenen Monaten, man prüfe zwar grundsätzlich Optionen für die Beteiligung, sehe den Zeitpunkt für einen Verkauf zum aktuellen Kursniveau aber nicht gekommen. Einen aktiven Verkaufsprozess für das Paket wies das Umfeld im September zurück.

Artemis-Chef François-Henri Pinault hat die Beteiligung an Puma schon früher als „nicht strategisch“ bezeichnet. Genau dieser Mix aus „nicht strategisch“ auf der einen Seite und deutlich gefallenem Börsenwert auf der anderen Seite sorgt dafür, dass Übernahmegerüchte immer wieder hochkochen. Für potenzielle Bieter wie Anta oder Li Ning bedeutet das: Ohne Einigung mit Artemis über Preis und Struktur eines möglichen Deals läuft gar nichts.

Schon vor den jetzigen Meldungen war Puma mehrfach Thema in der M&A-Gerüchteküche. Im September kursierten Berichte über Interesse des Finanzinvestors CVC und des Markenkonzerns Authentic Brands. Auch damals sprang der Kurs deutlich an, ohne dass am Ende ein Angebot auf den Tisch kam. Aktuell ist die Lage ähnlich: Es gibt Sondierungen, es gibt Gespräche hinter den Kulissen, aber kein offizielles Angebot. Wie es weitergeht, hängt vor allem davon ab, ob sich potenzielle Käufer und Großaktionär beim Preis treffen – und ob der Turnaround-Kurs des Managements die Lage im operativen Geschäft stabilisiert.