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11. März 2026

Porsche-Schock: Gewinn bricht um 91,4 Prozent ein

Porsche
Foto depositphotos.com / philipus

Porsche hat sich 2025 die Bilanz ordentlich verhagelt. Vom einstigen Gewinnpolster ist kaum mehr etwas übrig: Unter dem Strich blieben nur noch 310 Millionen Euro. Das sind 91,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch beim Umsatz ging es bergab. Der Dax-Konzern setzte mit rund 36,3 Milliarden Euro fast ein Zehntel weniger um.

Mehrere Probleme auf einmal

Die Gründe liegen ziemlich offen auf dem Tisch. In China lief das Geschäft zäh, in den USA fraßen Zölle Geld weg, und bei den Elektro-Modellen blieb der große Zuspruch aus. Was lange als Zukunftsplan verkauft wurde, hat sich für Porsche damit erstmal als schwer verdauliche Baustelle erwiesen.

Besonders teuer wurde die Strategiewende zurück zu mehr Verbrennern. Ex-Chef Oliver Blume hatte die Linie vor seinem Abgang noch einmal umgestellt, weil der Umstieg auf Elektroautos deutlich langsamer läuft als gedacht. Oder, um es weniger geschniegelt zu sagen: Der Markt wollte den schönen neuen E-Kurs so nicht mitgehen. Jetzt soll ein breiteres Angebot mit mehr Verbrennern wieder Schub bringen.

Teure Kehrtwende

Billig ist dieser Schwenk allerdings nicht. Allein die Kehrtwende kostete rund 2,4 Milliarden Euro. Dazu kamen etwa 700 Millionen Euro für die Abwicklung der Batterie-Tochter und noch einmal rund 700 Millionen Euro Belastung durch die US-Zölle. Macht zusammen Sonderkosten von rund 3,9 Milliarden Euro. Das ist kein Schönheitsfehler mehr, das ist ein tiefer Einschlag in die Gewinn- und Verlustrechnung.

Entsprechend übel sehen auch die operativen Zahlen aus. Der operative Gewinn brach um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro ein. Im eigentlichen Autogeschäft, also ohne Finanzdienstleistungen, standen sogar nur noch 90 Millionen Euro zu Buche. Ein Jahr zuvor waren es laut Bilanz der Konzernmutter Volkswagen noch rund 5,3 Milliarden Euro gewesen. Wer sich diese Spanne ansieht, merkt schnell: Hier ging nicht einfach nur etwas Gegenwind durchs Haus, hier wurde Porsche regelrecht durchgeschüttelt.

Schwieriger Neustart

Für das laufende Jahr stellt das Management zwar wieder bessere Geschäfte in Aussicht. Der neue Unternehmenschef Michael Leiters, der zu Jahresbeginn auf Oliver Blume folgte, warnt aber zugleich vor weiterhin sehr schwierigen Marktbedingungen und geopolitischen Unsicherheiten. Auch mögliche Folgen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sind in der Prognose noch gar nicht enthalten.

Die Lage bleibt damit unerquicklich. Porsche versucht, aus einer verfahrenen Situation heraus wieder Tritt zu fassen: einerseits mit neuen Hoffnungen auf ein stabileres Geschäft, andererseits mit Altlasten, die noch lange nachwirken dürften. Entscheidend wird nun sein, ob der Konzern mit seiner teuren Kurskorrektur tatsächlich wieder auf die Spur kommt – oder ob 2025 nur ein besonders hässlicher Vorgeschmack war.