Ein neuer Hoffnungsträger sorgt bei Pfizer und Astellas für Bewegung: Das gemeinsam entwickelte Medikament XTANDI hat in einer groß angelegten Studie gezeigt, dass es das Überleben von Männern mit Prostatakrebs deutlich verlängern kann. Die Ergebnisse der sogenannten EMBARK-Studie könnten sich nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich als wegweisend erweisen.
XTANDI überzeugt mit klaren Zahlen
In der Untersuchung wurde XTANDI (Wirkstoff Enzalutamid) in Kombination mit Leuprolid getestet. Nach acht Jahren lag die Überlebensrate der behandelten Männer bei 78,9 Prozent, während die Kontrollgruppe mit Leuprolid allein nur 69,5 Prozent erreichte. Laut Pfizer entspricht das einer 40-prozentigen Reduktion des Sterberisikos.
Als Einzeltherapie erzielte XTANDI zwar ebenfalls positive Tendenzen, statistisch fiel der Vorteil jedoch nicht ins Gewicht. Die vollständigen Ergebnisse wurden auf dem Onkologie-Kongress ESMO 2025 in Berlin vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
XTANDI ist in mehr als 80 Ländern zugelassen und wird laut den Unternehmen bereits von über 1,5 Millionen Patienten genutzt. Pfizer verantwortet die Vermarktung in den USA, Partner Astellas ist für Herstellung und Vertrieb außerhalb der Vereinigten Staaten zuständig.
Mit den neuen Studiendaten dürfte das Präparat seine Rolle als Kernprodukt im Onkologie-Portfolio weiter festigen. Für Pfizer kommt der Erfolg zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern nach neuen Wachstumsfeldern sucht, nachdem die Umsätze aus dem Pandemiegeschäft spürbar nachgelassen haben.
Anleger bleiben vorerst gelassen
An den Märkten blieb die unmittelbare Reaktion verhalten: Die Pfizer-Aktie bewegt sich schon seit Monaten um die 20 Euro, während Astellas an der Börse in Tokio ebenfalls kaum Impulse zeigt. Analysten verweisen darauf, dass klinische Daten dieser Art oft erst mittelfristig Einfluss auf die Bewertung haben.
Ob die EMBARK-Ergebnisse langfristig zum Umsatztreiber werden, hängt nun von Zulassungsbehörden und Preisverhandlungen in den jeweiligen Märkten ab. Klar ist: Mit den aktuellen Daten stärkt Pfizer seine Position im milliardenschweren Segment der Krebstherapien – und XTANDI rückt erneut ins Zentrum der Investorenaufmerksamkeit.

