Wer bei KI ganz vorn mitspielen will, braucht vor allem eins: brutal viel Rechenpower – und dafür brutal viel Geld. Oracle will 2026 deshalb 45 bis 50 Milliarden Dollar einsammeln, um seine KI-Cloud-Infrastruktur hochzufahren.
Das Kapital soll aus zwei Töpfen kommen: Fremdkapital und Eigenkapital. Übersetzt: Oracle will sich einen Teil leihen (klassisch über Anleihen) und einen Teil über Aktien finanzieren – also entweder Schulden machen oder neue Anteile ausgeben.
Große Kunden winken – der Ausbau ist vertraglich gesetzt
Oracle begründet den Kraftakt mit Nachfrage, die laut Konzern bereits vertraglich vereinbart ist. Genannt werden Schwergewichte wie AMD, Meta, Nvidia, TikTok, xAI und OpenAI. Heißt: Da sind offenbar Kunden, die Kapazitäten bestellt haben – Oracle muss jetzt liefern.
Mitgeteilt wurde das am Sonntag (Ortszeit) vom Unternehmen um Mitgründer Larry Ellison. In dem Bericht wird Bangalore als Ort genannt.
Anleger schauen genau hin – Schulden rauf, Abhängigkeiten rauf
So nachdrücklich die Nachfrage klingt, so deutlich ist die Kehrseite: Mit dem Plan steigen Oracles Schulden – und genau das macht Investoren nervös. Denn je höher der Schuldenberg, desto mehr hängt am Zinsniveau und am Vertrauen des Marktes.
Dazu kommt ein Punkt, der vielen querliegt: Der Erfolg des Konzerns werde zunehmend an den des KI-Unternehmens OpenAI gekoppelt, das laut Bericht nicht profitabel ist. Oder einfacher gesagt: Wenn ein wichtiger KI-Partner (noch) kein Geld verdient, fühlt sich das für Anleger nicht wie ein Sicherheitsgurt an, sondern wie ein zusätzlicher Risikofaktor.
Juristischer Ärger und teurere Absicherung
Anfang des Monats bekam Oracle zusätzlich Ärger von Anleihegläubigern: Sie verklagten den Konzern. Ihr Vorwurf: Oracle habe verschwiegen, dass für den Ausbau der KI-Infrastruktur erhebliche zusätzliche Schulden nötig seien.
Und auch der Markt für Risikoabsicherung hat ein Signal gesendet. Im Dezember stiegen die Kosten, Oracle-Schulden gegen einen Ausfall zu versichern, auf den höchsten Stand seit mindestens fünf Jahren. Das ist so etwas wie die Angstprämie der Profis – je teurer sie wird, desto skeptischer wird der Kreditmarkt.

