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27. Februar 2026

Öl-Deal mit Venezuela: USA melden 2 Milliarden Dollar bis Monatsende

Öltanker
Foto: Depositphotos.com / Kanoke46

Venezuelas Öl ist wieder auf dem Markt – und diesmal läuft der Kassenzettel offenbar unter US-Aufsicht. Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright sollen die Verkäufe aus dem zentralen Öl-Deal zwischen den USA und Venezuela bis Ende Februar rund 2 Milliarden Dollar erreichen.

Das ist nicht irgendein Zahlenspiel, sondern eine Ansage an Händler und Abnehmer: Die Exporte ziehen kräftig an, die Ware findet Käufer – und der Deal wird zur geopolitischen Tankstelle, an der Washington den Zapfhahn in der Hand hält.

USA übernehmen die Regie – Geld landet in Katar-Fonds

Wright sagte das am Donnerstag in Texas. Hintergrund: Kurz nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro Anfang Januar hätten die USA die Kontrolle über Venezuelas Ölexporte übernommen. Die Erlöse sollen in einen von den USA beaufsichtigten Fonds in Katar fließen. Man muss kein Freund von Moral-Opern sein, um zu sehen: Das ist Machtpolitik mit Rohölgeruch.

Seitdem schieben laut Wright vor allem die Handelsriesen Vitol und Trafigura die Ladungen durch den Markt und handeln den Löwenanteil. Gleichzeitig drehen Partner des staatlichen Ölkonzerns PDVSA an der Förderkurbel – besonders Chevron erhöht Produktion und Verschiffungen.

40 Millionen Barrel – und plötzlich verhandeln wieder alle

Wright rechnet damit, dass bis Monatsende 40 Millionen Barrel verkauft sein werden – zu etwa 50 Dollar je Barrel. Wer sich fragt, wie die 2 Milliarden zustande kommen: Genau so. Als ursprüngliches Ziel hatte Präsident Donald Trump eine Spanne von 30 bis 50 Millionen Barrel genannt.

Der Effekt ist schon sichtbar: Venezolanisches Rohöl und Treibstoffe landen wieder in Märkten, die monatelang – teils jahrelang – kaum noch Nachschub gesehen haben. Laut Wright verhandeln mehr Kunden in Asien und Europa über neue Importdeals. Und auch die Lieferwege werden breiter: Ein Großteil soll zwar an die US-Golfküste gehen, aber Wright nennt ausdrücklich Indien, Asien und Europa.

Käuferkreis weitet sich – „fairer Preis“ als Leitplanke

Ein Punkt sticht heraus: Wright sagte, chinesische unabhängige Raffinerien, die zuvor sanktioniertes Öl importierten, könnten venezolanisches Rohöl nun am offenen Markt kaufen. Offener Markt heißt hier schlicht: nicht mehr im Schattenhandel, sondern sichtbar über reguläre Deals. Trump habe klargemacht, dass Ladungen nur zu fairen Marktpreisen verkauft werden sollen.

Und dann ist da noch das Öl, das gar nicht erst an Land liegt: Wright sagte, Millionen Barrel in schwimmender Lagerung in venezolanischen Gewässern seien gerade dabei, verkauft zu werden.

Wright hatte Anfang Februar zudem prognostiziert, venezolanische Ölverkäufe könnten binnen weniger Monate 5 Milliarden Dollar erreichen. Die Richtung ist klar – die spannendere Frage ist: Bleibt das ein kurzer Schub durch neue Regeln, oder wird daraus ein dauerhafter Export-Neustart mit politischem Preisschild?