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23. Dezember 2025

Nvidia will ab Februar wieder nach China liefern – aber Peking muss erst Ja sagen

Nvidia
Foto: depositphotos.com / MichaelVi

Ein 25-Prozent-Aufpreis – und plötzlich ist wieder Bewegung in einer Sache, die lange wie zugenagelt wirkte: Nvidia will ab Februar wieder starke KI-Chips nach China schicken. Das klingt nach Comeback. Ist aber noch längst kein Selbstläufer.

Wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, plant Nvidia, noch vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar mit Lieferungen des KI-Chips H200 nach China zu starten. Der H200 ist nicht irgendein Bauteil, sondern Nvidias zweitstärkster KI-Chip – sprich: ein echtes Arbeitstier fürs Training großer KI-Modelle.

Washington macht die Schranke wieder hoch – gegen Gebühr

Der Hintergrund ist politisch – und ziemlich handfest: US-Präsident Donald Trump soll den Verkauf dieser Chips gegen eine Gebühr von 25 Prozent erlaubt haben. Damit wäre ein Verbot der Vorgängerregierung vom Tisch. Unter dem früheren Präsidenten Joe Biden waren Verkäufe fortschrittlicher KI-Chips aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt worden.

Man muss kein Freund von Bürokratensprech sein, um zu kapieren, was das bedeutet: Aus „verboten“ wird „geht doch – aber kostet“. Für Nvidia ist das eine Chance, wieder in einen riesigen Markt zu liefern. Für Washington ist es eine Art Ventil: Kontrolle bleibt, Geld fließt, und der komplette Exportstopp ist nicht mehr in Stein gemeißelt.

Peking sitzt am Hebel

Nur: China muss auch mitspielen. Denn die Regierung in Peking hat dem Kauf der H200-Chips noch nicht zugestimmt. Ohne dieses Okay bleibt der Plan wacklig – und aus „ab Februar“ kann schnell „mal sehen“ werden. Genau das macht die Lage so unerquicklich: Die US-Seite lockert, Nvidia steht bereit, aber am Ende entscheidet trotzdem Peking, ob überhaupt geliefert wird.

Nvidia versucht derweil, eine andere Sorge gleich zu entschärfen: Lizenzierten Verkäufen nach China stünden keine Nachteile für Kunden in den USA gegenüber – also keine Ausrede nach dem Motto „Sorry, eure Ware kommt später, China war schneller“. Ob das so glatt läuft, wird sich zeigen. Klar ist nur: Wenn der H200 tatsächlich wieder Richtung China geht, ist das keine Randnotiz, sondern ein Signal, wie pragmatisch Politik plötzlich werden kann, sobald eine Kasse klingelt.