Der Showdown im Abnehm-Markt ist für Novo Nordisk erstmal nach hinten losgegangen: Cagrisema sollte der nächste Milliardenbringer werden – doch im direkten Vergleich mit Eli Lillys Tirzepatid konnte der Däne nicht belegen, dass sein Mittel mindestens genauso stark wirkt.
Studie: Cagrisema liegt hinter Tirzepatid
In der Vergleichsstudie verloren die mit Cagrisema behandelten Teilnehmer nach 84 Wochen im Schnitt 23% ihres Körpergewichts. Die Gruppe mit Tirzepatid – Eli Lilly verkauft das unter den Namen Mounjaro und Zepbound – kam auf 25,5%. Unterm Strich: Cagrisema lag sichtbar hinten. An der Studie nahmen 809 Menschen mit Fettleibigkeit und mindestens einer Begleiterkrankung teil.
Börse reagiert sofort: Novo stürzt ab, Lilly steigt
An der Börse wurde daraus keine akademische Diskussion, sondern ein klarer Daumen nach unten. Die Novo-Nordisk-Aktie sackte nach den Daten zeitweise um bis zu 16% ab und fiel auf 251,30 dänische Kronen – so niedrig wie seit Juni 2021 nicht mehr. Lilly legte im frühen US-Handel dagegen um knapp vier Prozent zu.
Warum das Novo jetzt besonders wehtut
Brisant ist das vor allem, weil Novo Nordisk gerade jetzt neue Erfolgsmeldungen braucht. Die Zahlen seien das „Worst-Case-Szenario“ für das Unternehmen, sagt Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment: „Niemand hatte auf dem Zettel, dass Cagrisema schlechter wirkt als Mounjaro.“ In dieselbe Richtung argumentiert Colin White, Analyst der Schweizer Investmentbank UBS: Markt und Unternehmen seien davon ausgegangen, dass Cagrisema mindestens ebenso wirksam sein würde.

