Ein Verkauf für rund 159 Millionen Dollar klingt erst mal nicht nach großem Kino – an der Börse in Mumbai hat’s trotzdem geknallt: Die Aktie von Novartis India sprang um fast 20 Prozent auf 996,50 Rupien.
Novartis verkauft seinen Anteil von 70,68 Prozent an der Indien-Tochter an ein Konsortium aus Finanzinvestoren. Dazu gehören WaveRise Investments, ChrysCapital und Two Infinity Partners. Unterm Strich ist das ein klarer Schnitt: Novartis räumt auf und trennt sich von einem Geschäft, das nicht mehr ins große Bild passt.
Pflichtangebot und Kurs-Feuerwerk
Die Käufer legen nach dem Deal noch ein Pflichtangebot obendrauf – das ist vereinfacht gesagt ein gesetzlich vorgeschriebenes „Wir nehmen auch noch mehr“-Angebot an andere Aktionäre. Konkret sollen weitere 26 Prozent eingesammelt werden, geboten werden 860,64 Rupien je Aktie. Das liegt 3,6 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Der Markt hat die Offerte aber trotzdem locker überboten: 996,50 Rupien zeigen, wie viel Spekulation und Erwartung hier gerade mitläuft.
Der Ausstieg kommt nicht aus dem Nichts. Novartis spricht von einer strategischen Überprüfung des Indien-Geschäfts, die vor zwei Jahren gestartet wurde. Eigene Produktion hat der Konzern dort nicht, verkauft werden vor allem Medikamente wie das Schmerzmittel Voveran. Übersetzt: Indien war für Novartis eher Vertrieb als Fabrik – und genau solche Baustellen werden jetzt offenbar aussortiert.
USA als Hauptbühne
Während Indien abgegeben wird, drückt Novartis in den USA aufs Tempo. Im April 2025 kündigte der Konzern an, 23 Milliarden Dollar dort zu investieren – auch wegen drohender Importzölle auf Pharmazeutika unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Das klingt nach „alles auf den größten Markt“, kann sich auszahlen, macht den Konzern aber auch abhängiger von Washingtons Launen. Entscheidend wird sein, ob aus dem Umbau mehr wird als ein kurzfristiger Kurspush – oder ob der nächste politische Windstoß gleich wieder alles durcheinanderwirbelt.

