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27. Februar 2026

Nintendo-Aktie unter Druck: Banken wollen ein 1,9-Milliarden-Dollar-Paket abladen

Nintendo
Foto: Depositphotos.com / MamunSheikh

Bei Nintendo könnte aus dem gemütlichen Banken-Bündnis bald ein dicker Aktienbrocken werden, der den Kurs beschäftigt. Mehrere Finanzhäuser, darunter MUFG Bank und die Bank of Kyoto, sollen Nintendo-Aktien verkaufen wollen – und zwar in einer Größenordnung, die man nicht mal eben wegwinkt.

Drei mit der Sache vertraute Personen sprechen von einem Volumen von rund 300 Milliarden Yen (etwa 1,9 Milliarden US-Dollar). Nintendo könnte den Schritt so früh wie am Freitag beschließen, sagten zwei der Quellen. Gleichzeitig sei ein Aktienrückkauf geplant. Offiziell ist das bislang nicht: Nintendo reagierte nicht auf eine Anfrage. Die Informanten wollten anonym bleiben, weil die Pläne nicht öffentlich sind.

An der Börse kam die Meldung sofort an – aber nicht als Paniksignal. Nintendo lag zuletzt 2,4% im Plus, der Kurs gab zuvor allerdings einen Teil der Gewinne wieder ab. Kyoto Financial sprang sogar um 9% nach oben. Das wirkt, als würden Anleger das Ganze eher als Aufräumen denn als Schock bewerten – zumindest vorerst.

Kreuzbeteiligungen: altes System, neuer Druck

Hinter der Geschichte steckt ein japanisches Dauer-Thema: Kreuzbeteiligungen. Das heißt übersetzt: Firmen halten Aktien voneinander, um die Geschäftsbeziehung zu zementieren – oder, böser gesagt, damit niemand dem Management zu sehr auf die Finger klopft. Genau diese Praxis nehmen Regulierer und die Tokio Stock Exchange seit Längerem ins Visier und drängen auf Abbau.

Dass ausgerechnet Banken dabei als Verkäufer auftauchen, passt ins Bild. Beide Institute haben sich vorgenommen, solche Beteiligungen zu reduzieren. Ein Vorgeschmack kam schon 2019: Damals wurden Nintendo-Aktien in einer Platzierung, an der die Banken und weitere beteiligt waren, für rund 71 Milliarden Yen verkauft.

Die Pakete sind nicht klein. Die Bank of Kyoto hielt 4,19% an Nintendo (Stand: September des Vorjahres). MUFG Bank kam auf 3,62%, gehalten über eine Trustbank. MUFG wollte dazu nichts sagen, Kyoto Financial reagierte zunächst nicht.

Rückkauf als Gegengewicht – oder nur Beruhigungspille?

Jetzt kommt der spannende Teil: Wenn große Pakete auf den Markt drücken, kann ein Rückkauf den Druck abfedern. Aber reicht das wirklich? Entscheidend ist, wie schnell die Aktien verkauft werden und wie kräftig Nintendo beim Buyback tatsächlich zugreift.

Der Zeitpunkt wirkt jedenfalls nicht zufällig. Erst am Donnerstag wurde berichtet, dass auch Toyota den Abbau strategischer Beteiligungen plant – mit Verkäufen durch Banken und Versicherer im Umfang von rund 19 Milliarden US-Dollar. Das Signal ist klar: Japan räumt bei den alten Verflechtungen auf. Für Nintendo wird sich nun zeigen, ob das ein sauberer Schnitt wird – oder erst mal ein Klotz am Bein, bis der Markt das Angebot verdaut hat.