Der Dax legt zum Wochenstart gleich einen drauf: Am Montag schiebt sich der Index auf ein neues Rekordhoch von 24.777 Punkten – das sind 0,9 Prozent mehr als am Freitag.
Rückenwind kommt aus Fernost. In Japan und China waren die Börsen erstmals in diesem Jahr geöffnet – und beide Märkte verbuchten deutliche Gewinne. Solche Vorgaben sind für Frankfurt oft wie ein Anschubser von außen: Nicht allein entscheidend, aber spürbar.
Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Leitindex nahezu unverändert bei 24.687 Punkten geschlossen. Dass es nun direkt nach oben geht, passt ins Bild eines Marktes, der nach den Feiertagen wieder Tritt fasst.
Geopolitik bleibt der Stimmungsmacher
Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, bleibt für den Dax grundsätzlich optimistisch. Gleichzeitig macht er klar: Die Geopolitik – also die große Weltpolitik, die Kurse gern mal wie ein Windstoß erwischt – dürfte auch 2026 das Marktgeschehen prägen.
Viele Anleger wollen investiert bleiben, doch das Unbehagen über ein starkes Übergewicht an US-Aktien im eigenen Depot wächst. Anleger versuchen, dieses Übergewicht einzudämmen, indem sie Aktien außerhalb der USA zukaufen. Das erhöht die internationale Marktbreite und davon könnte der Dax profitieren.
Venezuela rückt in den Fokus
Im geopolitischen Fokus steht am Montag die Entwicklung nach dem US-Angriff auf Venezuela. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro wurde am Sonntag von US-Spezialkräften verhaftet. Maduro wird am frühen Abend deutscher Zeit voraussichtlich erstmals einem Bundesgericht in Manhattan vorgeführt. Ihm wird unter anderem Verschwörung zum Drogen-Terrorismus vorgeworfen.
Ebenfalls am Montag will sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem US-Vorgehen befassen, das UN-Generalsekretär António Guterres als gefährlichen Präzedenzfall bezeichnet hat – also als ein Beispiel, das Schule machen könnte und damit brisant wird.
Öl bleibt erstaunlich ruhig
Der Ölmarkt reagierte kaum. Die Preise fielen zunächst leicht, erholten sich dann aber wieder. Am frühen Montag lagen sie erneut etwas niedriger als am Ende der vergangenen Woche. Ein Barrel (159 Liter) Brent zur Lieferung im März kostete 60,45 Dollar, rund 0,5 Prozent unter dem Freitagsschluss. WTI fiel um etwa 0,5 Prozent auf 57,04 Dollar.
Deutschland-Faktor und Börsenpläne
Neben der Weltpolitik stützen auch heimische Themen den Dax. Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft – getragen von Reformhoffnungen unter der Regierung Merz – in die Kurse einzupreisen. Trotzdem bleibt das Ganze wacklig: Das Handelsvolumen zieht nach den Feiertagen erst langsam wieder an – und ohne ordentlich Umsatz wirkt selbst ein starker Markt manchmal dünn aufgestellt.
Derweil treibt die CSU die von Bundeskanzler Friedrich Merz angestoßene Debatte über eine europäische Börse voran. Die CSU will den europäischen Kapitalmarkt stärken und eine europäische Börse schaffen, um erfolgreiche deutsche Unternehmen im Land zu halten. Ziel ist, den Sitz einer europäischen Börse nach Deutschland zu holen.
Konjunkturtermine im Blick
Auf Konjunkturseite veröffentlichte die Investment-Beratungsfirma Sentix ihr Barometer zu den Konjunkturerwartungen im Januar. Ökonomen erwarten einen Anstieg des Index auf minus 5,0 nach minus 6,2 Punkten im Dezember.
In den USA warten Anleger auf den Einkaufsmanagerindex für die Industrie im vergangenen Monat, der laut Experten im Vergleich zu November minimal höher ausfallen dürfte.
Krypto, Gold und Einzelwerte
Bitcoin zieht nach schwachen Werten zum Jahresende wieder an. Der Bitcoin steigt um 1,3 Prozent auf 92.393 US-Dollar.
Gold springt um zwei Prozent auf 4.420 Dollar je Feinunze. Treiber sind die geopolitischen Spannungen – wenn es kracht, suchen Anleger gern den sicheren Hafen.
Die Bayer-Aktie liegt bei 38 Euro, ein Plus von etwa 2,7 Prozent. Der Kurs bewegt sich nahe am 52-Wochen-Hoch, bleibt aber leicht darunter.

