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5. März 2026

Morgan Stanley wirft 2.500 Leute raus – trotz Rekordjahr

Morgan Stanley
Foto: Depositphotos.com / alexeynovikov

Rekordumsatz auf dem Papier – trotzdem schmeißt Morgan Stanley Leute raus. Das passt erst mal so gar nicht zusammen, ist aber genau das Signal, das Anleger ernst nehmen sollten.

Wie Reuters unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtet, hat die US-Investmentbank rund 3% ihrer Belegschaft entlassen – das sind etwa 2.500 Mitarbeiter. Die Schnitte gehen demnach durch alle großen Sparten: Investmentbanking und Handel, Wealth Management sowie Investment Management. Finanzberater seien davon nicht betroffen, heißt es. Die Maßnahme hänge mit Strategie und individueller Leistung zusammen; gleichzeitig wolle die Bank in anderen Bereichen sogar wieder Leute einstellen. Zum Vergleich: Morgan Stanley hatte zum 31. Dezember weltweit 82.992 Beschäftigte.

Rekordjahr – und dann der Rotstift

Der Punkt ist: Morgan Stanley kam 2025 auf Rekordumsatz. Und im Januar toppte die Bank beim Gewinn im vierten Quartal die Erwartungen der Wall Street. Haupttreiber war das Investmentbanking, das plötzlich wieder brummte: Die Einnahmen dort sprangen um 47% nach oben, weil Deals (also Firmenkäufe, Fusionen und ähnliches) anzogen – und weil Schuldtitel-Emissionen (vereinfacht: Firmen holen sich Geld über Anleihen, die Bank kassiert Gebühren) fast doppelt so viel abwarfen wie zuvor.

Für 2026 hatten Banker zuletzt öffentlich ziemlich selbstbewusst geklungen – mit Verweis auf volle Auftragsbücher bei M&A (Fusionen und Übernahmen) und IPOs (Börsengänge). Umso schärfer wirkt jetzt die Realität: Wer intern nicht liefert oder nicht mehr ins Zielbild passt, fliegt raus. So jedenfalls die Lesart aus der Quelle.

KI-Umbruch und Krisenmodus als Dauerzustand

Dazu kommt ein Markt, der nervös bleibt. Die Börsen sind volatil: Sorgen über KI, die alte Tech-Geschäftsmodelle aufmischt, plus geopolitische Spannungen – das treibt Kunden dazu, Portfolios umzubauen und Risiken abzusichern. Davon profitieren zwar Trading-Desks, weil mehr gehandelt wird. Aber es ändert nichts daran, dass Unternehmen in den USA seit Jahresbeginn an vielen Stellen Personal abbauen, um Prozesse zu verschlanken – oft ausdrücklich mit Verweis auf den schnelleren Einsatz von KI-Tools.

Dass es kein Einzelfall ist, zeigt ein Vergleich: Block (Jack Dorsey) habe über 4.000 Jobs gestrichen, also nahezu die Hälfte der Belegschaft, um KI stärker in die Abläufe zu drücken. Bei Morgan Stanley kommt noch dazu: Zuerst hatte das Wall Street Journal über die Entlassungen berichtet. Die entscheidende Frage bleibt damit offen – und wird für die Aktie wichtiger als jede Hochglanzzahl: Wo baut die Bank wirklich Zukunft auf, wenn sie an anderer Stelle wieder einstellen will?