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4. März 2026

Moderna zahlt 2,25 Milliarden – und die Aktie explodiert nachbörslich

Moderna
Foto: Depositphotos.com / Oleksandr_UA

Der Prozess sollte nächste Woche starten – jetzt ist er einfach weg. Moderna zahlt Genevant Sciences und Arbutus Biopharma bis zu 2,25 Milliarden Dollar und beendet damit den jahrelangen Patentstreit um die Technik, ohne die der Covid-Impfstoff so gar nicht gelaufen wäre.

Konkret: 950 Millionen Dollar sollen im Juli 2026 als Sofortzahlung fließen. Ob noch einmal bis zu 1,3 Milliarden Dollar dazukommen, hängt am Ausgang eines separaten Berufungsverfahrens.

Worum der Krach ging

Im Zentrum steht die sogenannte Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP). Das klingt nach Labor-Sprech, ist aber im Grunde die „Transportkapsel“ für mRNA: winzige Fettpartikel, die die empfindlichen mRNA-Bausteine schützen und überhaupt erst in die menschlichen Zellen bringen. Genevant (eine Tochter von Roivant Sciences) und Arbutus werfen Moderna vor, diese Technik für den Covid-Impfstoff ohne Erlaubnis genutzt zu haben.

Mit dem Deal sind laut den Unternehmen alle US- und internationalen Verfahren vom Tisch. Moderna betont außerdem: Für LNP in künftigen Impfstoffen sollen unter der Vereinbarung keine Lizenzgebühren an Genevant und Arbutus anfallen.

Börse: Erleichterung sichtbar

Der Markt hat das sofort als Befreiungsschlag gewertet. Moderna sprang im nachbörslichen Handel um mehr als 10%, Arbutus gewann 11%, Roivant legte um rund 1% zu.

Jefferies-Analyst Andrew Tsai sagte, die Einigung nehme das „Worst-Case-Szenario“ aus dem Spiel – also möglicherweise zweistellige Royalty-Sätze, sprich: happige laufende Lizenzabgaben. Außerdem sei das Risiko künftiger Lizenzforderungen vom Tisch, etwa bei kommenden Covid- sowie Covid/Grippe-Kombi-Impfstoffen. Nach seiner Einschätzung entspricht die Gesamtsumme nur einem sehr kleinen Anteil an Modernas rund 48 Milliarden Dollar an bisherigen weltweiten Impfstoffumsätzen und liege damit im Rahmen dessen, was Moderna zuvor erwartet hatte.

Der Patentkrieg ist damit nicht vorbei

Der Vergleich kommt auch deshalb zur rechten Zeit, weil Moderna sich ab nächster Woche in Delaware vor einem Bundesgericht gegen die Patentvorwürfe hätte verteidigen müssen. Es wäre der erste Prozess gewesen, der aus dem ganzen Knäuel großer US-Patentklagen rund um Covid-Impfstofftechnologie tatsächlich vor Gericht gelandet wäre – und dieses Knäuel hat längst auch Pfizer und BioNTech erwischt.

Genevant und Arbutus haben 2023 eine ähnliche Klage gegen Pfizer und BioNTech wegen der LNP-Technologie in deren Impfstoff eingereicht; dieses Verfahren läuft weiter. Parallel dazu hat Moderna seinerseits Pfizer und BioNTech wegen Patenten rund um mRNA-Technologie verklagt.

Und als ob das nicht reicht, geht’s munter weiter: BioNTech reichte im Februar eine Gegenklage ein und argumentiert, Modernas nächster Covid-19-Impfstoff MNEXSPIKE verletze ein BioNTech-Patent. Außerdem haben laut Reuters auch andere Konzerne – darunter GlaxoSmithKline, Bayer und Alnylam Pharmaceuticals – Patentklagen eingereicht, um sich Anteile an den zig Milliarden Dollar aus Covid-Impfstoffverkäufen zu sichern.