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11. Dezember 2025

Mit diesen Fonds können Anleger heute schon heimlich bei Musks SpaceX einsteigen

SpaceX
Foto: depositphotos.com / wirestock_creators

Tesla liefert Zündstoff, SpaceX liefert Ergebnisse. Während beim E-Autobauer hitzig über Margen, Robotaxis und eine aberwitzig hohe Bewertung gestritten wird, schraubt Musks Raumfahrtfirma still und leise an einer Story, die Anleger so schnell nicht wiedersehen dürften.

SpaceX baut derzeit die wohl fortschrittlichsten Raketen der Branche und nutzt sie, um Satelliten billig ins All zu schießen. Der Trick: Die Dinger kommen wieder runter und werden erneut genutzt, statt wie früher als teurer Metallschrott zu enden. Parallel wächst mit Starlink ein Satellitennetz, das selbst am Ende der Welt Internet liefert. Laut Informationen von Bloomberg steht nun der große Schritt an die Börse im Raum: rund 30 Milliarden Dollar frisches Kapital, bewertet mit etwa 1,5 Billionen Dollar. Das wäre auf Anhieb ganz oben im Club der wertvollsten Konzerne.

Der heiße Stoff steckt in Schottland

Offiziell kommt man als Privatanleger an SpaceX noch nicht direkt ran. Trotzdem sitzen einige bereits halb im Raumschiff – über britische Investment-Trusts. Das sind geschlossene Fonds, deren Anteile wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Man kauft also nicht SpaceX selbst, sondern eine Hülle, in der SpaceX als große Position liegt.

Im Zentrum steht der schottische Vermögensverwalter Baillie Gifford, ein früher Tesla-Investor mit guten Drähten zu Musk. Dessen Scottish Mortgage Investment Trust (ISIN: GB00BLDYK618) hält rund 7,6 Prozent seines Vermögens in SpaceX – damit ist die Raumfahrtfirma die größte Position im Fonds. Daneben im Depot: Wachstumsboliden wie Amazon, Nvidia oder Spotify. Wer diesen Trust kauft, holt sich also einen ganzen Korb prominenter Tech-Werte – mit SpaceX an der Spitze.

Drei Vehikel, eine Wette

Noch stärker auf Zukunftsthemen setzt Edinburgh Worldwide (ISIN: GB00BHSRZC82). Der Trust konzentriert sich auf jüngere, wachstumsstarke Unternehmen. SpaceX steht hier mit 8,4 Prozent ganz oben in der Rangliste. Der Rest liest sich wie ein High Risk, High Reward-Regal: etwa der Quantencomputer-Spezialist PsiQuantum oder das auf RNA-basierte Therapien fokussierte Biopharma-Unternehmen Alnylam Pharmaceuticals. Wer hier einsteigt, weiß: Das wird kein ruhiger Spaziergang, eher eine Achterbahnfahrt.

The Schiehallion Fund (ISIN: GG00BJ0CDD21) wiederum setzt nahezu komplett auf nicht börsennotierte Start-ups. SpaceX bringt es auf 7,5 Prozent des Portfolios und Platz drei in der Gewichtung. Dazu kommen Namen wie ByteDance (TikTok), der Zahlungsdienstleister Wise oder der Finanzierer Affirm. Kurz gesagt: Das ist die Wette auf das Morgen – mit einem ordentlichen Schuss Risiko.

Spannend: Alle drei Baillie-Gifford-Trusts notieren aktuell mit Abschlag auf ihren inneren Wert, also auf den rechnerischen Wert der enthaltenen Beteiligungen. Je nach Fonds liegt dieser Rabatt grob zwischen 3 und 26 Prozent. Wenn SpaceX beim Börsengang tatsächlich die angepeilte Bewertung von 1,5 Billionen Dollar erreicht, könnten die Anteile in den Fondsbüchern eher konservativ angesetzt sein – und der Abschlag wirkt wie ein Extra-Rabatt. Sicher ist das nicht, aber ignorieren sollte man es auch nicht.

Hype-Falle USA, bodenständige Schweden

Ganz anders tickt Destiny Tech 100 (ISIN: US25063F1075) aus den USA. Der Fonds hat gut ein Viertel seines Portfolios in SpaceX gesteckt. Anleger fanden das großartig – so großartig, dass der Kurs weit über den Wert der tatsächlichen Beteiligungen hinausgeschossen ist. Laut dem Datenanbieter Morningstar liegt der Aufschlag auf den inneren Wert bei rund 145 Prozent. Übersetzt: Man zahlt fast das Anderthalbfache dessen, was die Investments auf dem Papier wert sind. Das ist nicht cleverer Zugang zur Raumfahrt, das ist Hype zum Premiumtarif.

Deutlich nüchterner kommt die schwedische Beteiligungsgesellschaft Flat Capital (ISIN: SE0016609846) daher. Hinter dem Vehikel steht Klarna-Mitgründer Sebastian Siemiatkowski. Flat Capital hält nur einen kleinen Anteil an SpaceX, weist aber Vermögenswerte je Aktie von rund 15 schwedischen Kronen aus – in etwa auf Höhe des Börsenkurses. Kein Schnäppchen, kein Irrsinn, eher solide Bestandsaufnahme. SpaceX ist hier eine Beimischung, nicht der alleinige Aufputschstoff.

Worum es Anlegern wirklich gehen muss

Wer über solche Vehikel in SpaceX investiert, spielt nicht die einfache Aktie-kaufen-abwarten-Nummer. Bewertungen von nicht börsennotierten Firmen sind Schätzwerte, in der Regel abgeleitet aus der letzten Finanzierungsrunde. Sie können später bestätigt, nach oben gezogen oder radikal gekappt werden. Anleger sollten genau hinschauen, ob ein Fonds mit Abschlag oder Aufschlag zum inneren Wert handelt – und warum. Der vermeintlich billige Einstieg kann sich als Dauerbaustelle entpuppen, ein hoher Aufschlag als teure Luftnummer.

Hinzu kommt die Steuer: Geschlossene Fonds mögen an der Börse handeln wie jede andere Aktie, juristisch und steuerlich werden sie in manchen Ländern jedoch anders behandelt. Wer ernsthaft über diese Schiene in SpaceX einsteigen will, sollte sich vorab mit den steuerlichen Folgen beschäftigen – und nicht erst, wenn der Steuerbescheid im Briefkasten liegt.

Entscheidend wird, was passiert, wenn SpaceX tatsächlich an die Börse geht und der Markt einen offiziellen Preis auf die Aktie klebt. Dann trennt sich die Rakete vom Rest: Welche Vehikel waren ein cleverer Einstieg – und wo haben Anleger am Ende nur den Hype finanziert, den andere abgefeiert haben.