Meta will beim KI-Rennen nicht mehr nur einkaufen – der Konzern mietet Rechenpower gleich im Milliardenformat. Laut einem Bericht von The Information hat Meta einen mehrjährigen Multi-Milliarden-Deal abgeschlossen, um KI-Chips von Google zu leasen und damit neue KI-Modelle zu entwickeln. Meta und Google wollten das gegenüber Reuters nicht kommentieren.
Der Punkt ist: Hier geht es nicht um ein paar zusätzliche Server, sondern um den Zugang zu dem, was im KI-Boom gerade knapp ist – Chips und Kapazität. Wer zu spät kommt, trainiert seine Modelle eben langsamer oder gar nicht. Und genau das will Meta offenbar um jeden Preis vermeiden.
Meta sammelt Chips wie andere Sauerstoffflaschen
Dass Meta sich aggressiv eindeckt, ist kein Geheimnis mehr. Diese Woche hatte AMD angekündigt, das Unternehmen werde bis zu 60 Milliarden US-Dollar an KI-Chips an Meta verkaufen. Und Anfang des Monats wurde außerdem bekannt, dass Meta bei Nvidia zuschlägt – mit einem Deal über aktuelle und künftige KI-Chips.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Meta baut damit mehrere Versorgungsleitungen gleichzeitig auf. Kaufen bei AMD und Nvidia – und parallel Kapazität bei Google mieten. Das wirkt wie Absicherung gegen Engpässe, hat aber auch einen Beigeschmack: Als würde Meta jeden Zapfhahn aufdrehen, der irgendwo Rechenleistung verspricht.
Googles TPU-Offensive bekommt Rückenwind
Für Google ist der Deal mindestens genauso interessant. Reuters hatte bereits im Dezember berichtet, dass Google seine Tensor Processing Units (TPUs) als Alternative zu Nvidias dominierenden GPUs positionieren will. Kurz übersetzt: GPUs sind die klassischen Hochleistungs-Chips, mit denen heute viele KI-Modelle trainiert werden – Nvidia ist hier der Platzhirsch. TPUs sind Googles eigene Spezialchips, die denselben Job erledigen sollen, nur eben im Google-Universum.
Und das ist für Google nicht bloß Technik-Spielerei. Reuters schreibt, TPU-Verkäufe seien zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Cloud-Geschäft geworden – auch, weil Google Investoren zeigen muss, dass die teuren KI-Investitionen am Ende Geld zurückbringen.
The Information berichtet außerdem, Meta spreche mit Google darüber, TPUs schon ab nächstem Jahr auch für eigene Rechenzentren zu kaufen. Ob diese Gespräche weit sind oder im Sand verlaufen, blieb offen. Ebenfalls im Bericht: Google soll mit einer nicht genannten großen Investmentfirma eine Vereinbarung geschlossen haben, um ein Joint Venture zu finanzieren, das TPUs an andere Kunden vermietet.
Die spannende Frage für Anleger: Wird das Chipgeschäft jetzt zunehmend zu einem Mietmodell, bei dem am Ende nicht nur Hardware zählt, sondern garantierte Rechenzeit? Genau darauf deutet diese Entwicklung hin – und die kommenden Monate dürften zeigen, ob Meta damit wirklich günstiger und schneller ans Ziel kommt oder ob die Rechnung einfach nur weiter hochläuft.

