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18. Februar 2026

Lufthansa baut Indien-Deal aus: Was Passagiere jetzt erwartet

Foto: depositphotos.com

Wer zwischen Europa und Indien fliegt, kennt das Spiel: Umsteigen, warten, nochmal umsteigen. Lufthansa und Air India wollen genau da ran – und ihre Zusammenarbeit deutlich enger schnüren.

Mehr als nur Star Alliance

Ganz neu ist die Liaison nicht. Über die Star Alliance arbeiten beide Airlines schon länger zusammen. Jetzt soll aber mehr passieren als nur ein gemeinsames Logo im Vielfliegerheft: Flugpläne und Vertrieb sollen stärker aufeinander abgestimmt werden.

Absichtserklärung mit großer Ansage

Lufthansa hat am Dienstag eine Absichtserklärung mit Air India verkündet. Konzernchef Carsten Spohr sieht darin nach dem Handelsabkommen zwischen EU und Indien ein „starkes Signal“ – und spricht davon, in der Luftfahrt „ein neues Kapitel“ aufzuschlagen.

Swiss, Austrian und ITA sind mit drin

Wichtig dabei: Es geht nicht nur um die Kernmarke Lufthansa. Mit im Paket sind auch Swiss, Austrian Airlines und das jüngste Konzernmitglied ITA Airways. In einem ersten Schritt wollen die Partner die Vermarktung der Flüge zwischen den Heimatmärkten der Lufthansa-Gruppe und Indien zusammenlegen. Später soll das Ganze auf die restliche EU und den gesamten indischen Subkontinent ausgeweitet werden.

Was sich für Passagiere ändern soll

Im Mittelpunkt steht laut Lufthansa die feinere Abstimmung von Flugplänen und Streckennetzen in ausgewählten Märkten. Ziel: bessere Verbindungen, kürzere Umsteigezeiten, weniger Reibungsverluste. Außerdem sollen Vertriebs- und Marketingaktivitäten teilweise gebündelt werden, die Vielfliegerprogramme enger ineinandergreifen und Abläufe an Flughäfen effizienter laufen.

Wachstumsmarkt Indien – aber nicht ohne Haken

Spohr begründet das Vorhaben auch strategisch: Gemeinsam wolle man den Zugang zu einem Luftverkehrsmarkt stärken, der zu den weltweit am schnellsten wachsenden gehört. Air-India-Chef Campbell Wilson hält dagegen, die Vereinbarung passe zur steigenden Nachfrage von Geschäfts- und Privatreisenden – und verspreche „enormen Mehrwert“ für Kunden und Aktionäre.

Behörden müssen erst zustimmen

Ein Haken bleibt: Die genaue Ausgestaltung steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher und kartellrechtlicher Genehmigungen. Also: erst Papier, dann Praxis – und ohne grünes Licht der Behörden läuft nichts.

Indien ist für Lufthansa längst kein Nebenkriegsschauplatz

Für Lufthansa ist Indien kein Nebenschauplatz, sondern nach den USA der zweitwichtigste Langstreckenmarkt. Schon heute bieten die Airlines der Lufthansa Group und Air India nach eigenen Angaben Codeshare-Flüge auf 146 Strecken in 22 Ländern an. Codeshare heißt simpel: Einer fliegt, mehrere verkaufen das Ticket unter eigener Flugnummer. Die spannende Frage ist nun, ob aus dieser breiteren Vermarktung am Ende auch spürbar bessere Verbindungen werden – oder ob es vorerst bei gut klingenden Plänen bleibt.