Lockheed Martin bleibt in Bewegung – und diesmal wortwörtlich. Der US-Rüstungskonzern wurde von der US-Armee für die zweite Phase des Programms Mobile-Long Range Precision Strike Missile (M-LRPSM) ausgewählt. Das Ziel: eine Rakete, die Ziele trifft, auch wenn sie gar nicht zu sehen sind. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 30 Millionen US-Dollar – und könnte sich langfristig zu weit mehr entwickeln.
Rakete mit Zielgenauigkeit „um die Ecke“
In der neuen Projektphase soll Lockheed Martin zeigen, was das System Spike Non-Line-of-Sight (Spike NLOS) wirklich kann. Es handelt sich um ein Präzisionsraketensystem, das Ziele außerhalb der Sichtlinie bekämpfen kann – also „um die Ecke“ schießt, gesteuert über Daten und Sensoren. Entwickelt wird das Ganze auf einem Infanteriefahrzeug, das künftig flexibel in Gefechten eingesetzt werden könnte.
Bereits im August hatte das System bei einem Testlauf überzeugt: Bei der sogenannten Phase 1-Demonstration traf Spike NLOS verdeckte Ziele auf große Distanz. Genau das brachte Lockheed jetzt in die nächste Stufe des Wettbewerbs.
Lockheed Martin Aktie: US-Armee testet weiter
In Phase 2 soll das System nun unter realen Bedingungen zeigen, was es kann. Geplant sind Tests mit verschiedenen Einheiten – unter anderem mit der 101st Combat Aviation Brigade im Einsatzgebiet des US Central Command, mit einem AH-64E v6 Apache Guardian-Hubschrauber der 12th Combat Aviation Brigade bei einem Manöver in Polen und mit der 16th Combat Aviation Brigade auf dem Yuma Proving Ground in Arizona.
Laut Lockheed Martin liefen die bisherigen Tests erfolgreich. Das Unternehmen betont, das System erfülle die Anforderungen der US-Armee an präzise Langstreckenfähigkeiten. Casey Walsh, Programmdirektor im Bereich Multi-Domain Missile Systems, nannte die Auswahl für Phase 2 „einen wichtigen Schritt“.
Entscheidung über Großauftrag steht noch bevor
Am Ende der aktuellen Phase steht die große Entscheidung: Wer bekommt den Hauptauftrag? Die US-Armee will nach Abschluss der Tests festlegen, welches Unternehmen das gesamte M-LRPSM-Programm künftig verantwortet. Für Lockheed Martin könnte das ein strategischer Erfolg mit erheblichem Auftragsvolumen werden – falls die Tests weiter so laufen wie bisher.
Eines zeigt sich schon jetzt: Lockheed Martin hat sich im Wettbewerb um die modernsten Raketensysteme eine starke Ausgangsposition gesichert. Ob das auch der Lockheed Martin Aktie zusätzlichen Schub verleiht, dürfte bald klar werden.

