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Alte Marktindikatoren kaputt seit ChatGPT? Wie seht ihr das als langfristige Anleger?
ES
Eva Sternfeld04.10.2026 11:250

Ich bin gerade über die Nachricht gestolpert, dass ein Fondsmanager neue Indikator-ETFs aufgelegt hat, weil angeblich die alten Marktindikatoren seit dem ChatGPT-Start nicht mehr funktionieren sollen. Das hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht, weil ich ja schon seit Jahren mit einer relativ klassischen Value- und Dividendenstrategie unterwegs bin.

Meine Überlegung ist folgende: Wir haben in den letzten zwei Jahren tatsächlich gesehen, dass traditionelle Bewertungskennzahlen wie KGV oder Buchwert bei vielen Tech-Aktien komplett aus dem Ruder gelaufen sind. Das erinnert mich ein bisschen an ein biochemisches System, das plötzlich in einen völlig neuen Gleichgewichtszustand übergeht, weil ein Katalysator dazugekommen ist. In dem Fall wäre der Katalysator eben die KI-Revolution.

Was mich aber skeptisch macht: Haben wir das nicht schon öfter gehört? Bei der Dotcom-Blase hieß es auch, alte Bewertungsmethoden seien überholt. Dann krachte alles zusammen. Trotzdem will ich nicht ignorant sein. Vielleicht ist dieses Mal tatsächlich etwas anders, weil KI ja nachweislich produktivitätssteigernd wirkt und nicht nur Luftschlösser baut.

Ich persönlich halte einen großen Teil meines Portfolios im MSCI World und in Pharma-Einzelaktien, wo ich mich durch meinen beruflichen Hintergrund einigermaßen auskenne. Da funktionieren die klassischen Fundamentaldaten meiner Meinung nach noch ganz gut. Aber sollte man trotzdem einen Teil seines Portfolios nach neuen Kriterien ausrichten? Wie macht ihr das? Bleibt ihr bei euren bewährten Strategien oder passt ihr euch an diese neue Marktrealität an?

Mich würde besonders interessieren, ob jemand von euch konkrete Erfahrungen damit gemacht hat, dass klassische Screening-Methoden plötzlich nicht mehr die erwarteten Ergebnisse liefern.

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