Ich hab mir gerade die Nachricht zu den 30-jährigen US-Anleiherenditen durchgelesen, die jetzt auf dem höchsten Stand seit 2002 stehen. Das hat mich ziemlich nachdenklich gemacht, weil ich einen ordentlichen Teil meines Portfolios in Tech-Werten und einem Tech-Sparplan habe.
Die Theorie dahinter ist ja relativ klar: Wenn risikofreie Staatsanleihen plötzlich wieder attraktive Renditen abwerfen, sinkt die Attraktivität von Growth-Aktien, deren Bewertung stark auf zukünftigen Cashflows basiert. Der Discount-Faktor wird bei höheren Zinsen einfach ungünstiger. Das haben wir ja schon 2022 und Anfang 2023 schmerzhaft erlebt.
Was mich aber interessiert: Wie passt ihr eure Allokation in so einer Phase an? Ich überlege gerade, ob ich meinen monatlichen Sparplan auf den MSCI World beibehalte oder ob ich temporär stärker in Richtung Value-Aktien oder sogar mittelfristige Staatsanleihen umschichte. Einerseits ist Market Timing ja meistens eine schlechte Idee, andererseits fühlt sich eine Rendite von über vier Prozent auf Staatsanleihen nach Jahren der Nullzinspolitik schon verlockend an.
Bei uns im Startup merke ich auch, dass die Diskussionen um Finanzierungsrunden deutlich härter geworden sind. Investoren schauen viel kritischer auf Profitabilität statt nur auf Wachstum. Das spiegelt sich ja auch in den öffentlichen Märkten wider.
Habt ihr ähnliche Überlegungen oder bleibt ihr einfach stur bei eurer Strategie? Würde mich echt interessieren, wie andere Anleger mit moderater Risikotoleranz darauf reagieren.
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