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Dividenden-ETFs für die Altersvorsorge: Wie sinnvoll ist das wirklich langfristig?
Michael Richter
Michael Richter18.09.2026 23:502

Moin zusammen, ich bin gerade über einen Artikel zu Dividenden-ETFs als Altersvorsorge gestolpert und das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich bin mittlerweile 47 und beschäftige mich natürlich intensiv damit, wie ich mein Portfolio für die nächsten 15 bis 20 Jahre ausrichten sollte.

Die Idee klingt erstmal super: Man baut sich ein Portfolio aus Dividenden-ETFs auf, lässt die Ausschüttungen reinvestieren und im Ruhestand hat man dann ein passives Einkommen ohne ans Kapital zu müssen. Emotional fühlt sich das natürlich gut an, keine Frage. Aber wenn ich mir das nüchtern anschaue, dann habe ich ein paar Bedenken.

Erstens die Steuerproblematik: Dividenden werden jedes Jahr versteuert, auch wenn man sie reinvestiert. Bei thesaurierenden ETFs auf Wachstumswerte zahle ich die Steuer erst beim Verkauf und profitiere länger vom Zinseszinseffekt. Das ist gerade über längere Zeiträume ein erheblicher Unterschied. Zweitens die Performance: Historisch gesehen haben breit diversifizierte Weltportfolios wie der MSCI World langfristig oft besser abgeschnitten als reine Dividendenstrategien, weil man eben auch Wachstumswerte mitnimmt.

Ich persönlich setze aktuell hauptsächlich auf einen Mix aus MSCI World ETF und europäischen Einzelaktien wie SAP und Allianz, die nebenbei auch ganz ordentliche Dividenden abwerfen. Meine Überlegung ist: Im Ruhestand kann ich dann einfach sukzessive Anteile verkaufen statt mich auf Ausschüttungen zu verlassen. Mit der 4-Prozent-Regel im Hinterkopf sollte das Portfolio dann trotzdem lange halten.

Was ich mich frage: Übersehe ich hier etwas? Gibt es handfeste Argumente für eine dedizierte Dividendenstrategie in der Altersvorsorge, die über das psychologische Moment hinausgehen? Oder ist das am Ende vor allem Marketing, weil sich passives Einkommen einfach besser verkauft als Entnahmestrategien? Würde mich echt interessieren, wie ihr das seht, besonders von denen, die vielleicht schon näher am Ruhestand sind oder sogar schon in der Entnahmephase.

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