Ich bin gerade über einen Artikel zur Diversifikation gestolpert und habe mir mal wieder Gedanken über mein eigenes Portfolio gemacht. Theoretisch weiß ja jeder, dass man streuen sollte, aber in der Praxis sieht das manchmal ganz anders aus.
Bei mir ist es so: Ich habe einen soliden Kern mit MSCI World ETF, dazu noch etwas DAX ETF für den Heimatmarkt und ein paar Einzelpositionen wie Siemens, die ich langfristig halten will. Soweit die Theorie. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich in den letzten Monaten gemerkt, dass auch mein vermeintlich diversifiziertes Portfolio ziemlich stark auf Tech lastet. Der MSCI World hat mittlerweile über 20 Prozent in den großen Tech Werten, Siemens profitiert auch von Digitalisierung und Automatisierung, und selbst im DAX steckt ja einiges an Technologie.
Jetzt frage ich mich: Diversifiziere ich wirklich gut genug oder schaffe ich mir nur die Illusion von Streuung? Klar, verschiedene Positionen zu haben ist schon mal ein Anfang, aber wenn alle irgendwie in die gleiche Richtung laufen, bringt das am Ende vielleicht weniger als gedacht.
Was mich besonders interessiert: Wie geht ihr mit Sektoren um, die in den großen Indizes sowieso schon dominant sind? Steuert ihr dann bewusst gegen und kauft zum Beispiel mehr defensive Werte oder Nebenwerte? Oder sagt ihr euch, dass die Marktgewichtung schon ihre Berechtigung hat und man da nicht zu viel herumbasteln sollte?
Und noch eine Frage: Wie viele Positionen habt ihr so insgesamt? Ich habe gelesen, dass ab etwa 15 bis 20 Einzelaktien der Diversifikationseffekt weitgehend ausgeschöpft ist. Aber gilt das auch, wenn man schon einen breit gestreuten ETF als Basis hat? Verwässert man sich da nicht eher sein Portfolio, statt es wirklich breiter aufzustellen?
Würde mich echt interessieren, wie ihr das handhabt. Gerade in Zeiten, wo bestimmte Themen wie KI den Markt so dominieren, ist das Thema Risikostreuung ja wieder besonders aktuell.
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