
Ich bin gerade über einen Artikel gestolpert, der sich damit beschäftigt, wie man Buffetts Anlagestrategie mit ETFs nachbilden kann. Grundsätzlich eine interessante Idee, aber ich tue mich ehrlich gesagt schwer damit, ob das wirklich praxistauglich ist.
Buffett investiert ja bekanntlich langfristig in unterbewertete Qualitätsunternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen, hohen Eigenkapitalrenditen und verlässlichen Cashflows. Das klingt in der Theorie super, aber wie soll das über einen passiven ETF funktionieren? Ich meine, Buffett macht aktives Stock Picking par excellence. Der Typ analysiert Bilanzen bis ins kleinste Detail und kauft dann große Positionen, die er Jahrzehnte hält.
Natürlich gibt es diese sogenannten Value-ETFs oder Quality-ETFs, die nach bestimmten Kennzahlen screenen. Aber am Ende bleibt das doch eine mechanische Formel, die niemals die qualitativen Faktoren abbilden kann, die Buffett so erfolgreich machen. Oder sehe ich das zu eng? Vielleicht reicht es ja schon, sich an den grundsätzlichen Prinzipien zu orientieren, ohne jede Nuance nachzubilden.
Aus meiner Sicht als jemand, der beruflich viel mit Zahlen jongliert, würde ich eher sagen: Für den normalen Anleger mit begrenzter Zeit und ohne tiefes Bilanzwissen ist ein breit gestreuter Welt-ETF wie der MSCI World vermutlich die bessere Wahl. Da hat man automatisch auch ein paar Buffett-Positionen drin, ohne sich den Kopf über Stock Picking zu zerbrechen. Dazu vielleicht einen Dividenden-ETF, wenn man wertorientierter unterwegs sein möchte.
Was meint ihr? Habt ihr Erfahrungen mit solchen Buffett-Style-ETFs gemacht? Oder haltet ihr das Ganze für Marketing-Gag? Würde mich echt interessieren, ob jemand konkrete Produkte kennt, die tatsächlich funktionieren.
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