Ich bin gerade über die Meldung gestolpert, dass der Nasdaq trotz einer Zehnjahresrendite von über 5,3 Prozent neue Rekordstände markiert. Das hat mich ehrlich gesagt etwas nachdenklich gemacht, weil es ja eigentlich der klassischen Lehrbuchmeinung widerspricht. Normalerweise heißt es doch immer: Wenn die Anleiherenditen steigen, leiden Aktien, vor allem Tech-Werte mit ihren langfristigen Cashflow-Erwartungen.
Ich selbst habe einen größeren Teil meines Portfolios in einem MSCI World ETF und einigen Tech-Sparplänen. In meinem Job als Product Manager bei einem FinTech beschäftige ich mich auch täglich mit Bewertungsmodellen und DCF-Rechnungen. Und da würde man ja erwarten, dass höhere Diskontierungssätze die Bewertungen nach unten drücken. Trotzdem scheint der Markt gerade völlig anders zu ticken.
Meine Vermutung ist, dass die AI-Story und die starken Gewinne der großen Tech-Konzerne momentan einfach so dominant sind, dass sie die Zinseffekte überlagern. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass viele Anleger die hohen Renditen als Zeichen einer robusten Wirtschaft interpretieren, nicht als Vorbote einer Rezession.
Was mich aber wirklich interessiert: Wie lange kann das gut gehen? Historisch gesehen gab es ja immer wieder Phasen, in denen solche Divergenzen nicht von Dauer waren. Ich überlege gerade, ob ich meine Allokation anpassen sollte. Vielleicht mehr in mittelfristige Staatsanleihen umschichten, um von den aktuellen Renditen zu profitieren? Oder ist das genau der falsche Zeitpunkt, weil die Party noch weitergeht?
Wie seht ihr das? Beunruhigt euch diese Konstellation oder haltet ihr das für ein neues Normal in Zeiten von AI und strukturellen Veränderungen?
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