Ich bin gerade über einen Artikel gestolpiert, in dem ein Fondsmanager behauptet, dass die klassischen Marktindikatoren seit dem ChatGPT-Start Ende 2022 nicht mehr richtig funktionieren. Er hat sogar neue Indikator-ETFs aufgelegt, um dem Rechnung zu tragen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht, weil ich bei meinen eigenen Investments tatsächlich ähnliche Beobachtungen gemacht habe.
Ich arbeite ja im FinTech-Bereich und verfolge die Märkte relativ eng. Was mir in den letzten zwei Jahren aufgefallen ist: Viele der Kennzahlen, auf die ich mich früher verlassen habe, scheinen einfach nicht mehr die gleiche Aussagekraft zu haben. Das KGV bei vielen Tech-Werten ist komplett durch die Decke gegangen, aber die Kurse steigen trotzdem weiter. Die klassischen Value-Indikatoren, die ich normalerweise für meine Stock-Picks nutze, wirken in diesem Umfeld fast schon antiquiert.
Bei meinem MSCI World ETF ist mir das weniger aufgefallen, aber bei Einzelaktien schon deutlich. Gerade im Tech-Bereich scheint der Markt momentan völlig anders zu bewerten als noch vor drei Jahren. Die Frage ist natürlich: Ist das eine temporäre Übertreibung, oder haben wir wirklich einen strukturellen Bruch erlebt, bei dem die alten Bewertungsmaßstäbe nicht mehr greifen?
Ich bin da ehrlich gesagt zwiegespalten. Einerseits glaube ich nicht, dass fundamentale Bewertungsprinzipien einfach obsolet werden. Andererseits könnte KI tatsächlich so ein Game-Changer sein, dass traditionelle Metriken zu kurz greifen. Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr eure Anlagestrategien angepasst, oder bleibt ihr bei den klassischen Indikatoren?
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