Ich bin gerade über einen Artikel gestolpert, der sich mit der langfristigen Performance des S&P 500 beschäftigt und welcher ETF für die nächsten 30 Jahre am besten geeignet sein könnte. Die historische Rendite von 11 Prozent seit 1958 klingt natürlich verlockend, aber ich frage mich ehrlich, ob das für uns in Deutschland wirklich die beste Strategie ist.
Ich selbst bespare aktuell einen MSCI World ETF und bin damit ganz zufrieden, weil er breiter diversifiziert ist als ein reiner S&P 500. Aber die Diskussion über 30 Jahre Anlagehorizont hat mich ins Grübeln gebracht. In meinem Beruf sehe ich täglich ältere Patienten und spreche gelegentlich auch über Altersvorsorge. Viele haben damals auf vermeintlich sichere Produkte gesetzt und wurden von niedrigen Zinsen überrascht.
Was mich am S&P 500 stört ist die extreme USA Lastigkeit. Klar, die amerikanischen Unternehmen sind global aufgestellt, aber trotzdem konzentriert man sich auf einen einzigen Markt. Das Währungsrisiko kommt noch dazu. Wenn der Dollar in 20 Jahren schwächelt, kann das die Rendite ordentlich schmälern, selbst wenn die Aktien in USD gut laufen.
Andererseits zeigen die Daten halt wirklich eine beeindruckende Langfristperformance. Die Frage ist nur, ob man sich darauf verlassen kann, dass die nächsten 30 Jahre ähnlich verlaufen. Niemand weiß, wie sich die geopolitische Lage entwickelt oder ob Europa oder Asien nicht irgendwann wieder aufholen.
Meine Überlegung wäre eher eine Kombination aus MSCI World als Basis plus vielleicht eine kleine Beimischung von Schwellenländern oder Europa ETFs. Damit hätte ich persönlich ein besseres Gefühl, auch wenn die historischen Daten vielleicht für den S&P 500 sprechen.
Wie seht ihr das? Würdet ihr wirklich alles auf einen S&P 500 ETF setzen für mehrere Jahrzehnte, oder haltet ihr eine breitere Streuung für sinnvoller? Mich würde besonders interessieren, wie ihr das Klumpenrisiko USA einschätzt.
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