
Ich hab gerade einen interessanten Artikel über Faktor-Investing gelesen und bin ehrlich gesagt zwiegespalten. Als jemand, der beruflich täglich mit Portfoliostrategien zu tun hat, finde ich die Idee von Value, Momentum, Quality und Size natürlich spannend. Theoretisch macht das alles Sinn, und die akademische Literatur zeigt ja auch, dass bestimmte Faktoren langfristig Überrenditen liefern können. Aber in der Praxis sehe ich oft, dass Privatanleger sich damit eher verzetteln. Meine Erfahrung zeigt, dass viele Leute dann fünf verschiedene Faktor-ETFs im Depot haben, ständig rebalancieren müssen und am Ende doch nicht besser abschneiden als mit einem simplen MSCI World. Die Kosten sind teilweise höher, und man braucht wirklich Disziplin, um dabei zu bleiben, wenn ein Faktor mal jahrelang underperformt. Ich persönlich setze zwar auf Quality und Dividenden-Strategien als Beimischung, aber den Kern meines Portfolios bilden nach wie vor breit diversifizierte ETFs. Das habe ich bei meinen Kunden auch beobachtet: Wer es einfach hält, bleibt eher langfristig investiert und lässt sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern. Wie seht ihr das? Nutzt jemand von euch aktiv Faktor-ETFs, und wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
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