Ich habe gerade den Artikel zum Freistellungsauftrag gelesen und frage mich, wie ihr das in der Praxis handhabt, wenn ihr mehrere Depots und Konten habt. Bei mir ist es mittlerweile ziemlich unübersichtlich geworden. Ich habe ein Depot bei meiner Hausbank, eins bei einem Onlinebroker für ETFs und dann noch ein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank. Der Sparerpauschbetrag liegt ja aktuell bei 1.000 Euro für Singles, und ich merke, dass ich den nicht optimal ausnutze.
Mein Problem ist folgendes: Ich habe den Freistellungsauftrag anfangs einfach bei allen drei Instituten gleichmäßig aufgeteilt, also jeweils circa 330 Euro. Aber eigentlich kommen die meisten Erträge aus meinem ETF Depot, wo ich hauptsächlich in den MSCI World investiert bin. Die Dividenden und ausgeschütteten Erträge liegen dort deutlich höher als die paar Euro Zinsen vom Tagesgeld. Das heißt, ich verschenke praktisch Freibetrag, weil ich ihn nicht dort konzentriere, wo die Erträge anfallen.
Andererseits frage ich mich, ob es nicht auch Sinn macht, einen Puffer einzuplanen. Was ist, wenn ich zwischendurch mal Anteile verkaufe und Kursgewinne realisiere? Dann könnte es sein, dass der Freistellungsauftrag bei einem Institut nicht reicht. Andererseits kann man den Auftrag ja auch während des Jahres anpassen, oder? Macht ihr das aktiv, oder setzt ihr den einmal im Januar und lasst ihn dann?
Ich überlege gerade, ob ich nicht zum Jahresende hin nochmal eine Analyse machen sollte, wo tatsächlich wie viele Erträge angefallen sind, und dann den Freistellungsauftrag für das kommende Jahr entsprechend neu verteilen sollte. Aber ehrlich gesagt ist das auch wieder Aufwand, und ich frage mich, ob das wirklich so viel ausmacht. Bei einem normalen Steuersatz sind das ja maximal 250 bis 300 Euro Steuern, die man sparen kann, wenn man den kompletten Freibetrag optimal nutzt.
Wie macht ihr das? Teilt ihr euren Freistellungsauftrag strategisch auf oder eher nach Bauchgefühl? Und kontrolliert ihr regelmäßig, ob die Aufteilung noch passt?
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