
Ich bin gerade dabei, meine Freistellungsaufträge für dieses Jahr nochmal durchzugehen, und stolpere immer wieder über die Frage, wie man das am klügsten aufteilt, wenn man mehrere Depots und Konten hat.
Bei mir ist es so: Ich habe ein Depot bei meiner Hausbank, wo hauptsächlich mein MSCI World ETF liegt, dann noch ein zweites Depot für einzelne DAX-Werte und deutsche Dividendentitel, plus natürlich das Tagesgeldkonto. Der Sparerpauschbetrag von 1000 Euro für Singles beziehungsweise 2000 Euro für Verheiratete klingt erstmal nach viel, aber wenn die Dividenden und Zinsen aus verschiedenen Quellen kommen, ist das schneller aufgebraucht als man denkt.
Aus meiner Beratungspraxis sehe ich oft, dass Leute den Freistellungsauftrag einfach pauschal bei einer Bank lassen und dann bei den anderen Instituten die volle Abgeltungssteuer zahlen, obwohl noch Spielraum wäre. Das ist verschenktes Geld. Andererseits ist es auch nicht trivial, im Voraus zu schätzen, wo genau wie viel Kapitalertrag anfällt. Gerade bei Dividendenaktien kann das ja schwanken, und bei thesaurierenden ETFs hat man erstmal gar keine Ausschüttung.
Meine aktuelle Überlegung: Den Großteil des Freibetrags dort platzieren, wo die meisten Erträge anfallen, also vermutlich beim ETF-Depot. Dann einen kleineren Teil beim Dividendendepot und den Rest beim Tagesgeldkonto. Aber ich frage mich, ob es nicht sinnvoller wäre, quartalsweise nachzujustieren. Das geht ja theoretisch, aber der Aufwand nervt mich ehrlich gesagt.
Wie handhabt ihr das? Teilt ihr den Freistellungsauftrag akribisch auf oder lasst ihr lieber etwas Puffer und holt euch eventuell zu viel gezahlte Steuern über die Steuererklärung zurück? Würde mich interessieren, welche Strategie sich in der Praxis bewährt hat.
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