
Ich hab kürzlich einen Artikel gelesen über die historische Performance verschiedener Sektoren im September und Herbst, und ehrlich gesagt bin ich mir unsicher, wie viel Gewicht man solchen saisonalen Mustern beimessen sollte. Klar, statistisch gesehen ist der September oft ein schwacher Monat, aber die Frage ist doch: Rechtfertigt das eine echte Umschichtung im Portfolio oder ist das eher so eine selbsterfüllende Prophezeiung?
Ich persönlich halte den Großteil meiner Position langfristig in ETFs wie dem MSCI World und dem STOXX Europe 600, dazu ein paar Einzelwerte wie Münchener Rück und Siemens. Mein Ansatz ist eigentlich Buy and Hold, aber wenn ich mir anschaue, dass Tech-Werte und zyklische Titel im Herbst historisch öfter underperformen, dann überlege ich schon, ob es nicht Sinn macht, kurzfristig etwas mehr Gewicht auf Versorger oder defensive Dividendentitel zu legen. Andererseits: Market Timing funktioniert selten, und die Transaktionskosten plus Steuern fressen auch wieder Rendite.
Was mich interessieren würde: Habt ihr eure Asset Allocation an solche saisonalen Muster angepasst, oder bleibt ihr stur bei eurer Strategie? Gerade bei moderatem Risikoprofil wie meinem frage ich mich, ob man da nicht einfach entspannt bleiben sollte. Die fundamentalen Daten sind ja oft wichtiger als irgendwelche Kalendermuster. Vielleicht ist es auch einfach psychologisch beruhigend, sich mit sowas zu beschäftigen, aber am Ende bringt es wenig.
Würde mich über eure Einschätzungen freuen, besonders von Leuten, die sowas schon länger beobachten und vielleicht auch mal aktiv darauf reagiert haben.
0 Antworten
Anmelden, um zu antworten.