
Discount-Händler wie Aldi expandieren, während traditionelle Ketten Tausende Filialen schließen
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Im Jahr 2024 schlossen landesweit 7.327 Einzelhandelsgeschäfte in den USA, ein Anstieg von 57,8 Prozent gegenüber 2023.
- Für 2025 registrierte Coresight Research 8.270 Ladenschließungen gegenüber 5.270 Neueröffnungen, was einem Nettoverlust von rund 3.000 Geschäften entspricht.
- Aldi eröffnete 2024 insgesamt 123 neue Supermärkte und schloss lediglich 12 Standorte.
- S&P Global zählte 2025 insgesamt 717 große Insolvenzanmeldungen in den USA, der höchste Stand seit fünfzehn Jahren.
- Bei 71 Prozent der größten Insolvenzen im US-Konsumgütersektor waren Private-Equity-Gesellschaften zum Zeitpunkt der Anmeldung als Eigentümer beteiligt.
- Off-Price-, Discount- und Lebensmittelhändler besetzten leer gewordene Verkaufsflächen teils zu höheren Mieten als ihre Vorgänger.
Die amerikanische Handelslandschaft durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Während traditionelle Einzelhandelsketten in Konkurs gehen und Tausende Filialen schließen, setzen Discount-Händler wie Aldi ihre aggressive Expansion fort. Der Strukturwandel verschiebt Marktanteile und verändert die Machtverhältnisse im Lebensmitteleinzelhandel grundlegend.
Zweigeteilter Markt: Ladenschließungen und Expansionen
Im Jahr 2024 schlossen landesweit 7.327 Einzelhandelsgeschäfte in den USA – ein Anstieg von 57,8 Prozent gegenüber 2023. Obwohl die Zahl der Neueröffnungen um 8,2 Prozent zuwuchs, überstieg die Zahl der Schließungen die Eröffnungen deutlich. Discount-Ketten, Drogerien und Bürobedarfshändler führten die Schließungswelle an.
Für 2025 registrierte Coresight Research 8.270 Ladenschließungen gegenüber 5.270 Neueröffnungen, was einem Nettoverlust von rund 3.000 Geschäften entspricht. Diese Zahl lag 45 Prozent unter der ursprünglichen Prognose von Coresight vom Januar 2025, die 15.000 Schließungen vorausgesagt hatte. Fünf insolvente Marken – Rite Aid, Joann, Party City, Big Lots und Forever 21 – waren für mehr als die Hälfte der geschlossenen Verkaufsfläche verantwortlich. Die zehn größten Ketten stellten zusammen etwa 5.500 Schließungen, etwa zwei Drittel der Gesamtzahl.
Für 2026 prognostiziert Coresight Research rund 7.900 Ladenschließungen in den USA.
Strukturelle Treiber: E-Commerce und veränderte Kundenströme
Die anhaltende Verlagerung zum Online-Shopping erschwert es stationären Händlern, profitabel zu bleiben. Immer weniger Kunden besuchen physische Geschäfte, und viele Einzelhändler tun sich schwer, ihre Betriebsabläufe an diese Verschiebung anzupassen. Inflationsdruck und Nachwirkungen der Pandemie belasten die Branche zusätzlich.
Besonders hart traf es 2024 den Discount- und Drogeriesektor. Macy's schloss etwa 60 Filialen im Rahmen einer Strategie, die Betriebskosten zu senken und sich auf leistungsstarke Standorte zu konzentrieren. Die Drogeriekette Rite Aid meldete Insolvenz an und schloss mehrere Standorte, um Kosten zu reduzieren. Walgreens schloss ebenfalls unterdurchschnittlich performende Filialen als Reaktion auf sinkende Kundenfrequenz.
Im Bürobedarfssektor reduzierten Ketten wie Office Depot und Staples, die einst das Segment dominierten, ihre stationären Präsenzen drastisch. Die zunehmende Verbreitung von Heimarbeit und der Aufstieg des E-Commerce ließen die Nachfrage nach physischen Bürobedarfsgeschäften schrumpfen.
Insolvenzen erreichen Fünfzehn-Jahres-Hoch
S&P Global zählte 2025 insgesamt 717 große Insolvenzanmeldungen in den USA – der höchste Stand seit fünfzehn Jahren. Die meisten davon waren Zweitanmeldungen von Unternehmen, die nach ihrem ersten Insolvenzverfahren innerhalb von zwölf bis 24 Monaten keine stabilen Lieferantenbeziehungen wiederherstellen konnten. Bei 71 Prozent der größten Insolvenzen im US-Konsumgütersektor waren Private-Equity-Gesellschaften zum Zeitpunkt der Anmeldung als Eigentümer beteiligt.
Die Leerstandsquote in amerikanischen Einkaufszentren lag im vierten Quartal 2025 bei 5,7 Prozent, 40 Basispunkte über dem zyklischen Tiefstand von 5,3 Prozent. Simon Property Group, einer der größten Betreiber von Einkaufszentren und Outlets, meldete zum Jahresende 2025 eine Auslastung von 96,4 Prozent.
Discount-Ketten als Krisengewinner
Während weite Teile des Einzelhandels schrumpfen, setzt Aldi auf Wachstum. Die Discount-Lebensmittelkette eröffnete 2024 insgesamt 123 neue Supermärkte und schloss lediglich 12 Standorte. Diese Entwicklung steht im scharfen Kontrast zur Gesamtmarktentwicklung.
Discount-Händler wie Ollie's Bargain Outlet und Variety Wholesalers übernahmen geschlossene oder in Schließung befindliche Big-Lots-Standorte. Beide Ketten schafften es, wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig niedrige Preise zu halten. Off-Price-, Discount- und Lebensmittelhändler besetzten leer gewordene Verkaufsflächen teils zu höheren Mieten als ihre Vorgänger, was auf eine steigende Nachfrage nach diesen Formaten hindeutet.
Discount-Läden wie Aldi und Dollar General expandieren weiter und fragmentieren den Anteil der Verbraucherausgaben, während traditionelle Supermärkte mit Überkapazitäten an Verkaufsfläche kämpfen. Die Dynamik zwischen Schließungen traditioneller Handelsketten und Neueröffnungen im Discount- und Lebensmittelsektor zeigt eine deutliche Verschiebung der Verbrauchernachfrage.
Druck auch im Discount-Lebensmittelsegment
Allerdings verläuft die Entwicklung nicht einheitlich positiv für alle Discount-Lebensmittelhändler. Best Bargains, eine 54 Jahre alte Discount-Supermarktkette, trat in ein Insolvenzverfahren nach Chapter-7-Art ein und schließt alle Filialen. Grocery Outlet vollzog nach 42 Ladenschließungen einen strategischen Kurswechsel: Das Unternehmen brachte seine Ladenpreise zu Instacart, um mehr Kunden zu erreichen. Über 90 Prozent der US-Kunden haben nun Zugang zu mindestens einem Händler, der Produkte ohne zusätzlichen Online-Aufschlag anbietet.
Immobilien- und Verhandlungsdynamik
Wenn ein Einzelhändler Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt, werden seine Mietverträge zu Vermögenswerten, die versteigert werden können. Dies verschafft Einzelhändlern eine gewisse Verhandlungsmacht gegenüber Vermietern, insbesondere angesichts der Zahl der Ketten, die aus dem Geschäft ausgeschieden sind.
Die Verschiebung von traditionellen Einzelhändlern zu Discount-Formaten und Lebensmittelhändlern verändert die Mieterstruktur in Einkaufszentren grundlegend. Die Tatsache, dass Discount-Händler bereit sind, höhere Mieten als ihre gescheiterten Vorgänger zu zahlen, signalisiert sowohl die Stärke dieser Geschäftsmodelle als auch die Anpassungsfähigkeit des Immobilienmarkts.
Quellen
- The Top US Retail Chain Closures & Bankruptcies of 2024
- The Great American Store Closure Tracker, 2026 Edition
- Discount grocery chain closing all stores as bargain grocers struggle - TheStreet
- After bankruptcy, liquidation retailer shares what’s next - TheStreet
- Discount grocery chain makes big changes after 42 store closures - TheStreet
- After Chapter 11 bankruptcy, liquidation discount retailer gets good news - TheStreet
- The Changing Retail Landscape — Regional Food Council of Central Illinois
- Retail Restructuring Trend: How Closures Are Reshaping U.S. Consumer Markets - CEO Weekly