
Anthropic-Börsengang: Amazon und Alphabet als größte Profiteure
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Anthropic reichte am 1. Juni 2026 einen vertraulichen Entwurf seines Börsengangs bei der SEC ein und könnte laut Bloomberg bereits in der Woche ab dem 9. November mit der Vermarktung beginnen.
- Amazon investierte zwischen 2023 und 2025 insgesamt 8 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen von Anthropic, gefolgt von weiteren 10 Milliarden US-Dollar in Vorzugsaktien im zweiten Quartal 2026, was sich auf insgesamt 18 Milliarden…
- Bei einer IPO-Bewertung von 2 Billionen US-Dollar würde Amazons geschätzter Anteil von etwa 15 Prozent einen Wert von 300 Milliarden US-Dollar erreichen.
- Alphabet hält laut Gerichtsdokumenten rund 14 Prozent an Anthropic, wobei die Beteiligung vertraglich auf maximal 15 Prozent begrenzt ist, und würde bei einer IPO-Bewertung von 2 Billionen US-Dollar einen Marktwert von 280 Milliarden…
- Amazon und Alphabet haben durch ihre Kombinationen aus Eigenkapitalbeteiligungen und Infrastrukturpartnerschaften mehrschichtige Positionen aufgebaut, die über reine Finanzinvestitionen hinausgehen.
- Amazon und Alphabet haben sehr hohe nicht realisierte Gewinne verbucht, die in einzelnen Quartalen die operativen Ergebnisse ihrer Kerngeschäfte übertreffen.
Anthropic, der Entwickler des KI-Chatbots Claude, hat am 1. Juni 2026 einen vertraulichen Entwurf seines Börsengangs bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Laut Bloomberg könnte die Vermarktung bereits in der Woche ab dem 9. November beginnen, ein Handelsbeginn noch vor Thanksgiving ist möglich. Die jüngste Finanzierungsrunde im Mai 2026 bewertete das Unternehmen mit 965 Milliarden US-Dollar. Aktuelle Berichte sprechen von einer möglichen IPO-Bewertung nahe 2 Billionen US-Dollar bei einem Emissionsvolumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar.
Amazon mit der größten Bilanzexposition
Amazon hält nach Angaben von Investing.com die transparenteste Beteiligung an Anthropic. Das Unternehmen investierte zwischen 2023 und 2025 insgesamt 8 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen von Anthropic. Im zweiten Quartal 2026 folgten weitere 5 Milliarden US-Dollar in Form von Serie-G-Vorzugsaktien ohne Stimmrecht sowie 5 Milliarden US-Dollar in Serie-H-Vorzugsaktien. Damit summieren sich Amazons direkte Investitionen auf 18 Milliarden US-Dollar.
Zum 30. Juni 2026 führte Amazon seine Anthropic-Vorzugsaktien mit einem Buchwert von 92,5 Milliarden US-Dollar und die Wandelanleihen mit einem geschätzten Marktwert von 97,9 Milliarden US-Dollar. Zusammen erreichten diese Positionen einen Bilanzwert von 190,4 Milliarden US-Dollar. Allein die Wandelanleihen enthielten nicht realisierte Gewinne von rund 92 Milliarden US-Dollar im kumulierten sonstigen Ergebnis. Nach beobachtbaren Finanzierungsrunden verbuchte Amazon im zweiten Quartal ungefähr 50,5 Milliarden US-Dollar an Aufwärtskorrekturen bei seinen Anthropic-Vorzugsaktien. Das Unternehmen wies im zweiten Quartal 53,4 Milliarden US-Dollar sonstiger Erträge aus, die hauptsächlich auf Anthropic entfielen.
Nach Schätzungen von AOL hält Amazon etwa 15 Prozent an Anthropic. Bei einer IPO-Bewertung von 2 Billionen US-Dollar würde dieser Anteil einen Wert von 300 Milliarden US-Dollar erreichen.
Alphabet mit vertraglich begrenzter Position
Alphabet hält laut Gerichtsdokumenten rund 14 Prozent an Anthropic in Form von direkten Eigenkapitalanteilen. Die Beteiligung ist vertraglich auf maximal 15 Prozent begrenzt, um Spannungen zwischen Googles eigenem KI-Modell Gemini und Anthropics Claude zu reduzieren. Bei der vorherigen Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar belief sich Alphabets Anteil auf etwa 135 Milliarden US-Dollar. Bei einer IPO-Bewertung von 2 Billionen US-Dollar würde die 14-Prozent-Beteiligung einen Marktwert von 280 Milliarden US-Dollar erreichen.
Im Oktober 2025 gab Anthropic bekannt, bis zu 1 Million von Googles Tensor Processing Units (TPUs) nutzen zu wollen. The Motley Fool beschrieb diese Ausweitung als Partnerschaft mit einem Wert von mehreren Dutzend Milliarden US-Dollar.
Rechenzentrums-Partnerschaften als zusätzlicher Hebel
Anthropic verfolgt einen hybriden Ansatz bei der Recheninfrastruktur und betreibt Arbeitslasten sowohl auf Amazons als auch auf Alphabets maßgeschneiderten KI-Chips. Amazon hat zudem eine Finanzierungsfazilität eingerichtet, die Anthropic bis zu 20 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen kann, während Amazon bestimmte Rechenkapazitäten liefert. Dieser Betrag wurde nach der Serie-H-Finanzierung reduziert.
Mit der Expansion von Anthropic steigt der Bedarf an Rechenleistung. Beide Technologiekonzerne profitieren als Anbieter direkt von diesem Wachstum, unabhängig von der Entwicklung ihrer Beteiligungen.
Nvidia und Broadcom als Hardware-Profiteure
Neben Amazon und Alphabet nutzt Anthropic laut AOL eine erhebliche Menge an Nvidia-Hardware. Broadcom hat mit Anthropic zusammengearbeitet, um einen eigenen maßgeschneiderten KI-Chip zu entwickeln. Falls Anthropic künftig eigene Custom-Chips gegenüber den Angeboten von Amazon und Alphabet bevorzugt, könnte Broadcom zu einem wesentlichen Profiteur werden.
Bilanzielle Risiken durch extreme Bewertungssprünge
Der Anthropic-Börsengang stellt nach Einschätzung von Investing.com einen außergewöhnlichen Test für den KI-Boom dar und schafft eine einzigartige bilanzielle Situation. Amazon und Alphabet haben sehr hohe nicht realisierte Gewinne verbucht, während Anthropics Privatbewertung stieg. Diese Gewinne sind inzwischen so bedeutend, dass sie in einzelnen Quartalen die operativen Ergebnisse der Kerngeschäfte übertreffen. Damit unterscheidet sich Anthropic von typischen Startup-Beteiligungen, die in den Bilanzen von Technologieunternehmen normalerweise keine vergleichbare Rolle spielen.
Eine öffentliche Notierung wird erstmals einen sichtbaren Marktpreis für einen Vermögenswert schaffen, der bereits vor einem kontinuierlichen Börsenhandel erhebliche Bucherfolge generiert hat. Falls öffentliche Investoren eine Bewertung von 2 Billionen US-Dollar akzeptieren, könnten sich die bisherigen bilanziellen Ansätze als konservativ erweisen. Sollte das IPO jedoch unter den Erwartungen bewertet werden oder die Aktie nach dem Börsengang fallen, könnte dieselbe bilanzielle Exposition zu einem Gegenwind werden.
Timing und Bewertung bleiben unsicher
Bloomberg zufolge könnten die Roadshow-Aktivitäten bereits in der Woche ab dem 9. November 2026 starten, mit einem möglichen Handelsbeginn vor dem amerikanischen Thanksgiving-Feiertag Ende November. Zeitplan und endgültige Bewertung bleiben jedoch Änderungen unterworfen.
Für Anleger, die an Anthropics Erfolg partizipieren wollen, ohne auf das IPO zu warten, bieten Amazon und Alphabet die einzigen liquiden und transparenten Zugänge. Beide Unternehmen haben durch ihre Kombinationen aus Eigenkapitalbeteiligungen und Infrastrukturpartnerschaften mehrschichtige Positionen aufgebaut, die über reine Finanzinvestitionen hinausgehen.
Quellen
- Anthropic IPO Could Turn Amazon and Alphabet’s AI Windfall Into a Volatility Trap
- Which Stocks Have the Biggest Exposure to Anthropic's Growth?
- Anthropic IPO will benefit these two mega-cap stocks
- 2 Stocks That Will Cash In When Anthropic Goes Public | The Motley Fool
- Amazon and Google have billions riding on Anthropic. The IPO will finally reveal how much. | Fortune